Barsche richtig angeln
Der komplette Guide: Von Hotspots über Köderführung bis zur perfekten Jahreszeit – alles was du wissen musst

Der komplette Guide: Von Hotspots über Köderführung bis zur perfekten Jahreszeit – alles was du wissen musst
Als ich mit 10 Jahren das erste Mal auf Barsch angelte, wusste ich noch nicht, dass dieser gestreifte Räuber mich ein Leben lang begleiten würde. Der erste Biss kam unvermittelt – ein harter Ruck, die Rute bog sich, und Sekunden später zappelte ein handgroßer Barsch im Kescher. Diesen Moment vergisst man nicht.
Heute, viele Jahre später, bin ich immer noch fasziniert von diesen aggressiven Jägern. Ob am Rhein, wo ich regelmäßig die Strömungskanten abfische, am stillen Rursee oder auf meinen jährlichen Trips nach Schweden – Barsche bieten immer Action.
Warum Barsche der perfekte Zielfisch sind:
In diesem Guide erfährst du alles über das Barschangeln – von den besten Ködern über die richtige Angeltechnik bis zu den perfekten Jahreszeiten. Egal ob du Anfänger bist oder gezielt auf Großbarsche fischst: Hier findest du praxiserprobte Tipps.
Bevor du deine erste Rute auspackst, solltest du verstehen, wie Barsche ticken. Dieser Raubfisch jagt in Schulen, ist extrem futterneidisch und liebt Strukturen. Drei Eigenschaften, die du dir zunutze machen kannst.
Kleine Barsche bis etwa 25 cm leben in Schulen. Du fängst einen? Wirf sofort wieder aus! Die Chance ist hoch, dass noch mehr da sind. Dieser Futterneid ist der Schlüssel zum Erfolg: Wenn ein Barsch attackiert, werden die anderen nervös und schnappen ebenfalls zu.
Große Barsche ab 35-40 cm sind Einzelgänger. Sie besetzen tiefere Bereiche, jagen weniger hektisch und sind deutlich vorsichtiger. Für Großbarsche brauchst du andere Strategien: größere Köder, langsamere Führung, tiefere Stellen.
Barsche lieben Deckung. Ob Stege, Brückenpfeiler, versunkene Bäume oder Steinpackungen – überall wo Strömung auf Hindernisse trifft, lauern Barsche. Am Rhein fische ich gezielt die Buhnenköpfe und Brückenpfeiler ab. Im Rursee sind es die Unterwasserberge und abfallenden Kanten.
Typische Barsch-Hotspots:
Pro-Tipp: Barsche stehen oft nicht direkt am Hindernis, sondern 2-5 Meter daneben in der Strömungskante oder am Rand des Schattens. Dort lauern sie auf vorbeitreibende Beute.
Barsche sind tagaktive Räuber. Die besten Beißzeiten liegen in den frühen Morgenstunden und späten Abendstunden – also bei Dämmerung. Nach Sonnenuntergang wird es deutlich ruhiger.
Aber: Barsche fressen den ganzen Tag über. An trüben Tagen oder im Herbst, wenn sie richtig aggressiv werden, kannst du auch mittags erfolgreich sein. Im Winter ziehen sie sich in tiefere, ruhigere Bereiche zurück – dann zählt Geduld und langsame Köderführung.
Optimale Bedingungen:

Barsche sind schnurscheu – deshalb gilt die Faustregel: So fein wie möglich fischen! Eine leichte Spinnrute, dünne geflochtene Schnur und ein Fluorocarbon-Vorfach sind Pflicht.

Barsche kämpfen hart, aber sie sind keine Giganten. Eine leichte Spinnrute zwischen 1,8 und 2,4 Metern Länge ist ideal. Das Wurfgewicht sollte bei 5-25 Gramm liegen – so kannst du kleine Gummifische präzise führen und hast trotzdem Reserven für größere Wobbler.
Warum Fluorocarbon-Vorfach? Barsche haben gute Augen und sind misstrauisch. Fluorocarbon ist im Wasser nahezu unsichtbar – das erhöht deine Bissrate deutlich. Ich verwende immer ein 1-Meter-Vorfach in 0,23 mm Stärke. Das reicht für Barsche bis 50 cm.
Barsche fressen alles was sich bewegt – aber sie haben klare Vorlieben. Gummifische in Barschdekor, Spinner und Wobbler gehören zur Grundausstattung. Die Köderwahl hängt von Jahreszeit, Gewässertyp und Zielfischgröße ab.
Gummifische sind meine Nummer 1 beim Barschangeln. Ködergröße: 4-8 cm für kleine Barsche, 8-13 cm für Großbarsche. Die Farbe macht oft den Unterschied: Barsche lieben Imitationen ihrer eigenen Artgenossen – also Gummis in Barschdekor (gestreift, grünlich-braun).
Top-Farben: Barschdekor, Motoroil, Kaulbarsch-Imitation, Chartreuse (bei trübem Wasser).
Führung: Klassisches Jiggen (anheben, absinken lassen, Pause) oder die Zittertechnik mit No-Action Shads – funktioniert besonders im Winter.
Spinner sind perfekt für Anfänger. Einwerfen, einkurbeln, fertig. Der rotierende Spinnerblatt erzeugt Druckwellen und Lichtreflexe – Barsche können nicht widerstehen. Größe 1-3 ist ideal, bei größeren Barschen auch Größe 4.
Der Vorteil: Der Anhieb erfolgt oft automatisch durch den Widerstand des Spinners. Du merkst einen Ruck, kurbelst weiter – und schon hängt der Barsch.

Top-Köder für alle Gewässertypen und Jahreszeiten, besonders effektiv in Barschdekor
Einfache Führung, ideal für Anfänger, funktioniert in Flüssen und Seen
Taumelnd eingeholt, imitiert verletzte Fische, für aktive Barsche
Langsame Präsentation am Grund, unschlagbar bei trägen Barschen
Bewährt beim Posenangeln, besonders effektiv im Frühjahr
Naturgetreue Imitation, ideal für große Barsche an Steinpackungen
Drop-Shot vom Boot mit Wurm oder Gummifisch ist in Schweden die Geheimwaffe. Ich setze den Köder 30-50 cm über dem Blei an, lasse ihn langsam zum Grund sinken und zupfe leicht an der Schnur. Die Barsche schnappen sich den Köder oft beim Absinken.
Die richtige Technik entscheidet über Erfolg oder Misserfolg. Barsche reagieren extrem sensibel auf Köderführung – manchmal will der Fisch einen schnell gezupften Gummi, manchmal nur ein sanftes Zittern am Grund.
Spinnfischen ist die Königsdisziplin beim Barschangeln. Du wirfst deinen Kunstköder aus, führst ihn aktiv und provozierst Attacken. Das macht Spaß, hält dich in Bewegung und ist extrem fängig.
Wichtig: Die meisten Bisse kommen beim Absinken! Halte Kontakt zur Schnur und sei bereit für einen schnellen Anhieb.
Barsche sind ganzjährig fängig – aber jede Jahreszeit hat ihre Besonderheiten. Im Frühjahr laichen sie, im Sommer jagen sie in mittleren Tiefen, im Herbst werden sie zu regelrechten Fressmaschinen, und im Winter ziehen sie sich zurück.

Herbst ist die Königssaison. Die Wassertemperatur sinkt, Barsche fressen sich Reserven an und jagen fast ununterbrochen. Ich habe meine größten Barsche (40 cm+) immer im Oktober und November gefangen – sowohl am Rhein als auch in Schweden.
Taktik im Herbst:
Pro-Tipp: Wirf direkt an steile Kanten und Abbruchkanten. Dort sammeln sich im Herbst die Großbarsche.
| Aspekt | Frühjahr (März-Juni) Nach der Laichzeit | Sommer (Juli-August) Mittlere Aktivität | Top-Zeit Herbst (Sept-Nov) Beste Saison | Winter (Dez-Feb) Träge Fische |
|---|---|---|---|---|
Aktivität | Mittel bis hoch | Mittel | Sehr hoch | Niedrig |
Ködergröße | 4-7 cm | 5-8 cm | 8-12 cm | 4-6 cm |
Führung | Mittel | Variabel | Schnell, aggressiv | Sehr langsam |
Beste Methode | Spinner, Gummi | Wobbler, Gummi | Jiggen, Gummi | Drop-Shot |
Hotspots | Flachwasser | Mittlere Tiefen | Kanten, Strukturen | Tiefe Löcher |
Anfängerfreundlich |
Barsche sind nicht gleichmäßig verteilt. Sie konzentrieren sich an bestimmten Stellen – und wenn du diese Hotspots erkennst, steigt deine Fangrate dramatisch.
Am Rhein fische ich hauptsächlich Buhnen, Brückenpfeiler und Häfen ab. Überall wo Strömung auf Hindernisse trifft, entstehen Strömungskanten und Kehrwasser – perfekte Verstecke für Barsche.
Fluss-Hotspots:
Im Rursee orientiere ich mich an Echolot-Aufzeichnungen und suche gezielt nach Unterwasserbergen und Kanten. Barsche lieben abfallende Bereiche – dort wo flaches Wasser plötzlich in die Tiefe übergeht.
See-Hotspots:
Strömungskanten, Schatten und Deckung – ganzjährig erstklassig
Kehrwasser hinter Buhnen, Barsche lauern auf vorbeitreibende Beute
Schatten und vertikale Strukturen ziehen Barsche magisch an
Äste, Baumstämme, umgestürzte Bäume – Top-Versteck für Großbarsche
Erhebungen im Gewässer, oft nur mit Echolot zu finden
Übergang von flach zu tief – Barsche patrouillieren an der Kante
Ruhige Bereiche mit Strukturen, ideal im Winter
Hart-Weich-Übergänge am Grund, Nahrungshotspot für Kleinfische
Auch erfahrene Angler machen Fehler – ich eingeschlossen. Hier sind die typischen Stolpersteine und wie du sie vermeidest.
Barsche sind extrem schnurscheu. Eine 0,30 mm Monofile mag robust sein – aber du verpasst die Hälfte der Bisse. Verwende geflochtene Schnur 0,08-0,12 mm und ein Fluorocarbon-Vorfach 0,21-0,25 mm. Das ist fein genug, um unauffällig zu sein, und stark genug für Barsche bis 50 cm.
Anfänger kurbeln oft viel zu schnell. Barsche sind schnell, aber sie jagen nicht jedem Köder hinterher. Besonders im Winter und an kalten Tagen gilt: Langsam führen, lange Pausen einbauen. Zähle nach dem Absinken des Gummis innerlich bis drei – dann erst wieder anheben.
Barsche haben harte Mäuler – ein laues Antippen reicht nicht. Wenn du den Biss spürst, zieh die Rute zügig nach oben. Kein Überschlag wie beim Hecht, aber auch kein zaghaftes Zupfen. Ein kurzer, fester Ruck – dann sitzt der Haken.
Kleine Barsche beißen auf 5 cm Gummis – Großbarsche wollen größere Happen. Wenn du gezielt auf 40+ cm Barsche fischst, verwende 8-12 cm Köder. Ja, du bekommst weniger Bisse – aber die Fische sind deutlich größer.
Barsche stehen nicht überall. Wenn du wahllos ans Wasser gehst und einfach drauflos wirfst, verschwendest du Zeit. Suche gezielt nach Strukturen: Stege, Buhnen, Brücken, Totholz. An diesen Stellen konzentrieren sich 80% der Barsche.
Wichtig: Informiere dich vor jedem Angelausflug über die aktuellen Bestimmungen in deinem Bundesland. Schonzeiten und Mindestmaße können variieren!
Der beste Allround-Köder ist ein Gummifisch in 6-8 cm Länge in Barschdekor. Diese Größe funktioniert ganzjährig und in fast jedem Gewässer. Für Anfänger sind Spinner Größe 2-3 einfacher zu führen. Im Winter empfehle ich Drop-Shot-Montagen mit kleinen Gummiwürmern.
Barsche beißen ganzjährig, aber die beste Saison ist der Herbst (September bis November). In dieser Zeit fressen sie sich Reserven an und sind extrem aggressiv. Die besten Tageszeiten sind frühe Morgenstunden und späte Abendstunden – also bei Dämmerung.
Das hängt von der Jahreszeit ab. Im Frühjahr und Sommer findest du Barsche in 1-4 Meter Tiefe, oft in Ufernähe. Im Herbst und Winter ziehen sie sich in 4-8 Meter Tiefe zurück. Großbarsche stehen generell tiefer als kleine Schwarmbarsche.
Nein! Barsche haben keine scharfen Zähne wie Hechte. Ein Stahlvorfach verschreckt die Fische nur. Verwende stattdessen ein Fluorocarbon-Vorfach in 0,21-0,25 mm Stärke. Das ist im Wasser nahezu unsichtbar und reicht völlig aus.
In Deutschland sind Barsche zwischen 15-30 cm am häufigsten. Exemplare über 40 cm gelten als Großbarsche. Der Rekord liegt bei über 50 cm und knapp 3 kg. Barsche können theoretisch bis zu 5 kg schwer und 22 Jahre alt werden – solche Monster sind aber extrem selten.
Ja! Barsche sind auch im Winter aktiv – allerdings deutlich träger. Fische sehr langsam mit Drop-Shot-Montagen oder kleinen Gummis in 4-6 cm Größe. Suche tiefe Bereiche (4-8 Meter) und baue lange Pausen ein. Die Barsche fressen auch bei Kälte, brauchen aber mehr Zeit zum Reagieren.
Verwende geflochtene Schnur in 0,08-0,12 mm als Hauptschnur. Dazu ein Fluorocarbon-Vorfach in 0,21-0,25 mm, etwa 1 Meter lang. Diese Kombination ist dünn genug, um unauffällig zu sein, aber stark genug für Barsche bis 50 cm. Dickere Schnur reduziert die Bissrate deutlich!
Barsche gehören zu den besten Speisefischen! Das Fleisch ist fest, weiß und hat einen milden, leicht süßlichen Geschmack. Ideal zum Braten in der Pfanne. Allerdings sind die Schuppen sehr fest – entschuppst du den Fisch vor dem Filetieren, geht es leichter. Barsche ab 25 cm lohnen sich kulinarisch.
Barsche sind der perfekte Zielfisch – egal ob du Anfänger bist oder seit Jahren angelst. Sie beißen ganzjährig, sind in fast jedem Gewässer zu finden und liefern spannende Drills. Die taktische Vielfalt beim Barschangeln ist enorm: Köderfarbe, Führungsgeschwindigkeit, Pausenlänge – kleine Details machen den Unterschied.
Für mich persönlich bleibt das Barschangeln ein Abenteuer. Ob am Rhein, am Rursee oder in Schweden – jeder Angelausflug ist anders. Mal beißen die Barsche auf alles was sich bewegt, mal braucht es stundenlange Geduld und präzise Köderführung. Genau das macht es spannend.
Meine Top-3-Tipps zum Abschluss:
Wenn du jetzt Lust bekommen hast: Schnapp dir deine Spinnrute, ein paar Gummifische und zieh los. Barsche warten überall – du musst sie nur finden. Viel Erfolg am Wasser!
Vertiefe dein Wissen: Entdecke die besten Köder, Techniken und Jahreszeiten!