Renken am Ammersee
Die endemische Ammersee-Renke mit Hegene, Boot und der richtigen Taktik erfolgreich beangeln

Die endemische Ammersee-Renke mit Hegene, Boot und der richtigen Taktik erfolgreich beangeln
Wenn du in den frühen Morgenstunden mit dem Boot auf den Ammersee fährst, die Alpen im Hintergrund aufleuchten und die ersten Renken an der Hegene zappeln – dann weißt du, warum dieser See für Renkenangler legendär ist. Der Ammersee beheimatet die Ammersee-Renke (Coregonus bavaricus) – eine endemische Art, die weltweit nur hier vorkommt.
Das macht das Renkenangeln am Ammersee zu etwas Besonderem. Diese Fischart hat sich über Jahrtausende perfekt an die Bedingungen des Sees angepasst. Renken werden hier durchschnittlich 30-45 cm groß, mit gelegentlichen Fängen bis über 51 cm. Eine 50er Renke ist am Ammersee keine Seltenheit – und bringt ordentlich Power im Drill.
Die Herausforderung beim Renkenangeln liegt in der Präzision: Du musst die richtige Tiefe finden, die passenden Nymphen wählen und die Hegene subtil führen. Renken sind Planktonfresser – sie beißen nicht auf große Köder, sondern auf winzige Nymphen, die natürliche Nahrung imitieren.
Dieser Guide zeigt dir, wie du erfolgreich am Ammersee auf Renken angelst – von der richtigen Ausrüstung über die besten Stellen bis hin zu saisonalen Taktiken. Ob vom Boot oder vom Ufer: Mit dem richtigen Wissen steigen deine Chancen auf kapitale Fänge dramatisch.
Wichtiger Hinweis: Für das Angeln am Ammersee benötigst du einen gültigen Angelschein sowie eine Angelkarte. Die Bestimmungen sind streng – informiere dich vor dem ersten Angelausflug über aktuelle Regelungen.
Die Ammersee-Renke gehört zu den drei endemischen Fischarten des Ammersees – neben dem Ammersee-Kaulbarsch und dem Ammersee-Tiefensaibling. Diese biologische Besonderheit macht den See zu einem Hotspot für Naturliebhaber und Spezialisten.
Über 15 Jahre hinweg hat die Bayerische Landesanstalt für Fischerei den Renkenbestand wissenschaftlich überwacht. Die Ergebnisse sind beeindruckend: Die Stückgewichte verbesserten sich von 120-140 Gramm auf 250-280 Gramm – ein Zeichen für gesunde Bestände und gutes Nahrungsangebot.
Diese Entwicklung hat allerdings auch Schattenseiten: Der bessere Bestand zog vermehrt Kormorane an, die täglich bis zu 20 kg Renken fressen und damit sowohl Berufsfischer als auch Angler vor Herausforderungen stellen. Trotzdem bleibt die Ammersee-Renke eine der spannendsten Zielfischarten in bayerischen Gewässern.
Bevor du die erste Hegene auswirfst, musst du dich mit den strengen Regelungen am Ammersee vertraut machen. Der Ammersee unterliegt klaren Bestimmungen, die du unbedingt einhalten musst:
Das Bootsangeln am Ammersee ist nur vom 15. April bis 31. Oktober erlaubt. Bis zum 14. Mai darfst du ausschließlich mit der Hegene fischen – andere Methoden sind in dieser Zeit verboten.
Wichtig für die Bootswahl: Nur Muskelantrieb ist erlaubt. Wenn du einen E-Motor montiert hast, muss dieser während des Angelns aus dem Wasser genommen werden. Verstöße gegen diese Regelung können teuer werden.
Diese Regelungen schützen den Bestand und sorgen dafür, dass auch zukünftige Generationen die endemische Ammersee-Renke beangeln können.
Die Angelkarten für den Ammersee erhältst du bei verschiedenen Fischereimeistern rund um den See. Die Preise sind gestaffelt:
Ausgabestellen sind unter anderem:
Tipp: Rufe vorher an, um sicherzugehen, dass die Ausgabestellen geöffnet sind. Ohne gültige Karte drohen empfindliche Strafen.
Die Hegene ist das Herzstück des Renkenangelns. Im Grunde handelt es sich um eine Vorfachkonstruktion mit mehreren Nymphen, die in gleichmäßigem Abstand auf einem transparenten Vorfach montiert sind.
Eine typische Renken-Hegene ist 220 cm lang und trägt 5 Nymphen in Hakengröße 14. Der Abstand zwischen den Nymphen beträgt 35-40 cm. Diese Maße haben sich über Jahrzehnte bewährt und decken die meisten Situationen am Ammersee ab.
Die Farbkombination ist entscheidend: Rot, schwarz, lila und braun decken 90 % aller Bedingungen ab. Diese Farben imitieren verschiedene Planktonorganismen und Insektenlarven, von denen sich Renken ernähren.
Pro-Tipp: Lass die Hegene nicht einfach durchfallen. Senke sie langsam Schritt für Schritt ab. Ein gleichmäßiger, nicht zu starker Wind lässt die Nymphen natürlich auf und ab schweben – genau so, wie echte Nahrung im Wasser treibt.
Renken sind keine statischen Fische. Sie ziehen je nach Jahreszeit, Wassertemperatur und Lichtbedingungen in unterschiedliche Wassertiefen. Wenn du weißt, wo sie wann stehen, sparst du dir stundenlanges Suchen.
Im Frühjahr stehen Renken flach zwischen 5-10 Metern Tiefe. Die Wassertemperatur steigt langsam an, Plankton beginnt zu wachsen, und die Renken werden aktiv. Dies ist eine der besten Phasen des Jahres – die Fische sind hungrig nach dem Winter und beißen aggressiv.
Farbwahl im Frühjahr: Rot und lila sind jetzt besonders fängig. Die auffälligen Farben fallen im klaren Frühjahrswasser auf und imitieren frisch geschlüpfte Insektenlarven.
Beste Tageszeiten: Frühe Morgenstunden und später Nachmittag. Die Abendbeißzeit von Sonnenuntergang bis zur Dämmerung ist oft produktiver als die morgendliche Beißphase.
Mit steigenden Temperaturen ziehen Renken tiefer. Bei warmem Wasser (über 18 °C) findest du sie in 10-30 Metern Tiefe. An besonders heißen Tagen suchen sie kühle Schichten bis 30 Meter tief.
Die Herausforderung im Sommer: Renken reagieren empfindlich auf starkes Sonnenlicht und verstecken sich in tieferen Schichten. An sonnigen Tagen beißen sie am besten zwischen 5-7,5 Metern Tiefe – allerdings nur, wenn die Lichtbedingungen stimmen.
Farbwahl im Sommer: Schwarz und braun funktionieren in klaren Gewässern am besten. Im Spätsommer (Juli-August) können auch grüne Spezialnymphen extrem fängig sein.
Taktik-Tipp: Wenn du an sonnigen Tagen angelst, probiere zunächst flache Schichten (5-7 m). Wenn dort nichts beißt, gehe schrittweise tiefer bis 20-30 m.
Der Herbst bringt einen erneuten Höhepunkt. Renken stehen jetzt in mittleren Tiefen zwischen 16-20 Metern. Die Wassertemperatur kühlt ab, das Plankton verändert sich, und die Renken bereiten sich auf den Winter vor.
Besonderheit im Herbst: An trüben, bewölkten Tagen stehen Renken oft höher als gewöhnlich. Die fehlende Sonne macht sie mutiger, und du kannst sie manchmal bereits in 10-12 Metern Tiefe fangen.
Am 31. Oktober endet die Bootsangelsaison am Ammersee – danach heißt es Pause bis zum nächsten Frühjahr.
An sonnigen Tagen: Renken stehen zwischen 5-7,5 m Tiefe. An trüben Tagen: Sie steigen höher als gewöhnlich. Bei starkem Wind: Sie ziehen tiefer in ruhigere Schichten (15-25 m).
Experimentiere mit der Tiefe – manchmal liegen nur 2-3 Meter zwischen Erfolg und Misserfolg.
Der Ammersee ist groß – knapp 47 km² Wasserfläche. Ohne Ortskenntnis kannst du Stunden damit verbringen, erfolglose Stellen abzusuchen. Hier sind die bewährten Hotspots für Renkenangler:
Die Herrschinger Bucht ist der absolute Klassiker für Renkenangler. Hier befindet sich die tiefste Stelle des Ammersees mit extremen Tiefenunterschieden – von flachen Plateaus bis zu 30 Metern Tiefe auf wenigen Metern Distanz.
Warum ist diese Stelle so produktiv? Renken jagen hier dem Plankton nach, das sich entlang der Tiefenkanten sammelt. Die unterschiedlichen Wasserschichten bieten verschiedene Temperaturen und Nahrungszonen – Renken können je nach Tageszeit zwischen flach und tief wechseln, ohne weite Strecken zu schwimmen.
Taktik in der Herrschinger Bucht: Beginne in mittleren Tiefen (12-15 m) und arbeite dich schrittweise vor. Wenn du einen Biss hast, merke dir die Tiefe – oft stehen Renken dort in Schwärmen.
Wenn du kein Boot hast, sind die Dampferstege in Breitbrunn und Herrsching deine besten Optionen. Diese Stellen sind öffentlich zugänglich, relativ tief und das Uferangeln wird hier geduldet.
Wichtig: Die Erfolgsquote vom Ufer ist deutlich geringer als vom Boot, da Renken meist tiefer stehen als die Uferzone reicht. Trotzdem kannst du Glück haben, besonders im Frühjahr, wenn die Fische flacher ziehen.
Tipp für Uferangler: Nutze eine überbleite Montage mit Korkpose. Die sensible Pose zeigt auch vorsichtige Bisse an – entscheidend, wenn du vom Ufer aus angelst.
Generell gilt: Vom Boot aus hast du deutlich bessere Chancen, da du flexibel verschiedene Tiefen und Stellen absuchen kannst. Ein kleines Ruderboot reicht völlig – Hauptsache, du kommst aufs Wasser.
Renkenangeln erfordert feine, sensible Ausrüstung. Die Bisse sind oft vorsichtig, die Haken klein, und die Fische kämpfen nicht mit roher Gewalt, sondern mit schnellen Fluchten. Hier ist die Ausrüstung, die du brauchst:
Tipp zur Bremse: Stelle die Bremse so ein, dass der Fisch sofort Schnur nehmen kann, der Haken aber trotzdem fixiert bleibt. Beim Drill vorsichtig bleiben und nicht zu schnell pumpen – sonst reißt der Haken aus.
Wichtiger Hinweis: Spare nicht an der Schnur! Billige Schnüre haben oft ungleichmäßige Durchmesser – das kostet Wurfweite und führt zu Verhedderungen. Investiere in Qualität.
Die klassische Methode: Du lässt die Hegene mit der Renkenbombe langsam in die Tiefe sinken. Schritt für Schritt absenken – nicht einfach durchfallen lassen. Ein gleichmäßiger Wind lässt die Nymphen natürlich auf und ab schweben.
Renkenangeln ist technisch anspruchsvoll. Viele Angler machen Fehler, die vermeidbar sind – und die den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen:
Der häufigste Fehler: Beim Drill zu schnell pumpen. Renken haben ein weiches Maul – der kleine Haken sitzt nicht tief. Wenn du zu aggressiv drillst, reißt der Haken aus.
Lösung: Bremse fein einstellen und den Fisch sanft, aber kontinuierlich pumpen. Lass ihn sofort Schnur nehmen, wenn er eine Flucht startet. Geduld zahlt sich aus.
Viele Angler fischen zu flach oder zu tief. Renken wechseln je nach Jahreszeit, Wetter und Tageszeit die Tiefe. Wenn du stur auf 10 Metern fischst, während die Renken bei 20 Metern stehen, wirst du nichts fangen.
Lösung: Experimentiere schrittweise. Beginne in mittleren Tiefen (12-15 m) und arbeite dich hoch oder tiefer vor. Wenn du einen Biss hast, merke dir die Tiefe – Renken stehen oft in Schwärmen auf derselben Ebene.
Wenn du die Hegene einfach durchfallen lässt, verliert sie ihre natürliche Bewegung. Renken beißen auf Nymphen, die wie echtes Plankton schweben – nicht wie fallende Steine.
Lösung: Senke die Hegene langsam Schritt für Schritt ab. Nutze Wind und Drift, um die Nymphen natürlich auf und ab schweben zu lassen. Beim Absenken immer wieder kurze Stopps einlegen.
Die Farbwahl ist jahreszeitlich unterschiedlich. Frühjahr: rot und lila. Sommer: schwarz und braun. Spätsommer/Herbst: grün kann extrem fängig sein.
Lösung: Passe die Farben an die Jahreszeit an. Führe immer mehrere Hegenen in verschiedenen Farben mit – manchmal machen 2-3 Farbwechsel den Unterschied.
Renken haben kleine Mäuler. Zu große Haken führen zu Fehlbissen, zu kleine Haken halten nicht sicher.
Lösung: Hakgröße 14 ist der Goldstandard am Ammersee. Diese Größe hat sich über Jahrzehnte bewährt und deckt 90 % aller Situationen ab.
Wichtiger Hinweis zu E-Motoren: Wenn du einen E-Motor am Boot montiert hast, muss dieser während des Angelns aus dem Wasser genommen werden. Nur Muskelantrieb (Rudern) ist erlaubt. Verstöße können zu hohen Bußgeldern führen.
Ja, aber die Erfolgschancen sind deutlich geringer als vom Boot. Renken stehen meist tiefer, als die Uferzone reicht. Die besten Uferoptionen sind die Dampferstege in Breitbrunn und Herrsching – dort ist das Wasser tief genug, und das Angeln wird geduldet.
Im Frühjahr, wenn Renken flacher stehen (5-10 m), steigen deine Chancen vom Ufer. Nutze eine überbleite Montage mit Korkpose für sensible Bisserkennung.
Die klassischen Farben rot, schwarz, lila und braun decken 90 % aller Bedingungen ab. Die Farbwahl variiert aber jahreszeitlich:
Manchmal beißen Renken auch auf atypische Farben wie hellblau oder hellgrün – experimentiere ruhig!
Im Sommer ziehen Renken in 10-30 Meter Tiefe. Bei besonders warmem Wasser (über 18 °C) suchen sie die kühleren Schichten und können bis 30 Meter tief stehen.
An sonnigen Tagen beißen sie manchmal bereits in 5-7,5 Metern Tiefe – aber nur, wenn die Lichtbedingungen stimmen. Bei starkem Sonnenlicht verstecken sie sich tiefer.
Tipp: Beginne flacher und arbeite dich schrittweise tiefer vor, bis du die Beißtiefe gefunden hast.
Ein Echolot ist nicht zwingend nötig, aber ein enormer Vorteil. Mit einem Echolot kannst du:
Wenn du kein Echolot hast, kannst du trotzdem erfolgreich sein – du brauchst nur mehr Geduld und musst schrittweise die richtige Tiefe suchen.
Die beste Angelsaison läuft von April bis Oktober. Innerhalb dieser Zeit gibt es zwei Topzeiten:
Beste Tageszeit: Frühe Morgenstunden oder später Nachmittag. Die Abendbeißzeit von Sonnenuntergang bis zur Dunkelheit ist oft produktiver als die morgendliche Beißphase.
Die Angelkarten sind gestaffelt:
Erhältlich bei Fischereimeistern wie Fischerei Schlamp (Tel. 08152 969533), Paul Gastl in Dießen (Tel. 08807 8495) oder Anton Ernst im Café Forster (Tel. 08192 219).
Renken im Ammersee werden durchschnittlich 30-45 cm groß, mit gelegentlichen Fängen bis über 51 cm. Eine 50er Renke ist am Ammersee keine Seltenheit – sie bringt ordentlich Power im Drill.
Dank verbesserter Bestände haben sich die Stückgewichte in den letzten Jahren von 120-140 g auf 250-280 g erhöht – ein Zeichen für gesunde Populationen und gutes Nahrungsangebot.
Nein! Beim Angeln ist nur Muskelantrieb erlaubt. Wenn du einen E-Motor am Boot montiert hast, muss dieser während des Angelns aus dem Wasser genommen werden.
Du darfst den E-Motor nutzen, um zur Angelstelle zu fahren – aber sobald du die Hegene auswirfst, muss der Motor aus dem Wasser. Verstöße gegen diese Regelung können zu hohen Bußgeldern führen.
Renkenangeln am Ammersee ist technisch anspruchsvoll, aber unglaublich lohnend. Die endemische Ammersee-Renke ist eine Fischart, die es weltweit nur hier gibt – das allein macht jeden Fang zu etwas Besonderem.
Mit der richtigen Taktik – passende Hegene, präzise Tiefensuche, saisonale Anpassung – steigen deine Chancen dramatisch. Ob im Frühjahr bei flachem Wasser oder im Hochsommer in 30 Metern Tiefe: Renken sind da draußen, und sie warten darauf, gefangen zu werden.
Die größten Erfolgsfaktoren:
Wenn du das erste Mal eine kapitale 50er Renke landest, die Alpen im Hintergrund, das Boot sanft schaukelnd – dann weißt du, warum Renkenangler immer wiederkommen. Diese Momente machen süchtig.
Pack deine Ausrüstung, besorge dir eine Angelkarte, und fahr raus auf den Ammersee. Die endemische Ammersee-Renke wartet auf dich.
Entdecke weitere spannende Gewässer und Angelmethoden in Bayern!