Aale am Arendsee
Sachsen-Anhalts größter See bietet kapitale Aale bis 73 cm – wenn du die Hotspots kennst

Sachsen-Anhalts größter See bietet kapitale Aale bis 73 cm – wenn du die Hotspots kennst
Wenn die Dämmerung über den Arendsee hereinbricht und der Nebel langsam vom Wasser aufsteigt, beginnt die Zeit der Aale. Mit 554 Hektar Fläche und bis zu 52 Metern Tiefe ist der Arendsee der größte natürliche See Sachsen-Anhalts – und ein Geheimtipp für Aalangler, die kapitale Fische suchen.
Was diesen See so besonders macht? Die extreme Tiefe schafft einen einzigartigen Lebensraum. Während die meisten Aale zum Laichen ins Meer abwandern, bleiben die Arendsee-Aale ihr Leben lang hier – sie sind standorttreu und wachsen zu beeindruckenden Größen heran. Exemplare um die 60 Zentimeter sind keine Seltenheit, Spitzenfische erreichen 73 Zentimeter.
Die gute Nachricht für die Zukunft: Im Februar 2025 wurden 10.000 Glasaale im See besetzt. Der ausgeprägte Schilfgürtel bietet den jungen Fischen perfekten Schutz beim Eingewöhnen. In den kommenden Jahren dürfte der Bestand weiter wachsen – beste Aussichten für deine nächsten Angelausflüge.
Eines vorweg: Massenfänge sind am Arendsee nicht zu erwarten. Aber wenn die Rute krumm geht, hast du gute Chancen auf einen wirklich kapitalen Aal. Die Fische hier sind gut genährt, kräftig – und sie kennen die Tricks der Angler. Das macht jeden Fang zu einem echten Erfolgserlebnis.
Die entscheidende Frage beim Aalangeln am Arendsee lautet: Wo genau stehen die Fische? Bei einem so großen und tiefen Gewässer kann man leicht den ganzen Abend an der falschen Stelle verbringen. Taucher und erfahrene Angler haben jedoch klare Hotspots identifiziert.
Der absolute Top-Spot: Die Abbruchkante zum Tiefenwasser. Hier fällt der Grund relativ steil von etwa 7 auf 12 Meter ab – genau in diesem Bereich halten sich die Aale bevorzugt auf. Diese Zone liegt typischerweise 50 bis 100 Meter vom Ufer entfernt. Mit einer guten Angelrute und 50-60 Gramm Wurfgewicht erreichst du diese Distanz problemlos.
Taucher haben bestätigt: An dieser Kante konzentrieren sich die Aale. Warum? Hier treffen verschiedene Lebensräume aufeinander. Das flachere Wasser erwärmt sich schneller und bietet Nahrung, das tiefere Wasser dient als Rückzugsort. Genau diese Übergangszonen sind Gold wert.
Konkrete Angelstellen am Arendsee:
Wichtiger Tipp: Auf dem Zeltplatz gegenüber der Anmeldung hängt eine detaillierte Tiefenkarte des Arendsees. Fotografiere sie mit dem Handy ab! Alternativ nutzt du die Genesis Social Map online – dort findest du präzise Tiefenlinien und kannst deine Spots vorab planen.
Ein Elektroboot mit Echolot ist am Arendsee Gold wert. Verbrennermotoren sind verboten, aber ein leises E-Boot stört die Fische nicht. Mit dem Echolot findest du die Abbruchkante punktgenau und kannst Strukturen wie versunkene Bäume oder Muschelfelder lokalisieren – genau dort, wo sich Aale gerne aufhalten.
Am Arendsee hast du es mit einem tiefen Gewässer zu tun – das stellt besondere Anforderungen an deine Montage. Die beiden erfolgreichsten Methoden sind die Laufbleimontage für die Abbruchkante und die Posenmontage für flacheres Wasser am Schilfgürtel.
Wenn du die Abbruchkante bei 50-100 Metern Entfernung befischen willst, führt kein Weg an einer soliden Laufbleimontage vorbei. So baust du sie auf:
Entscheidend beim Aalangeln: Öffne den Rollenbügel nach dem Auslegen! Wenn der Aal den Köder nimmt und Widerstand spürt, lässt er sofort los. Mit offenem Bügel kann er ungestört Schnur nehmen. Du merkst den Biss am Schnurabzug – dann schließt du den Bügel, wartest 2-3 Sekunden und schlägst an.
Der Arendsee hat stellenweise weichen, schlammigen Grund – besonders in tieferen Bereichen. Ein normales Blei versinkt darin komplett und zieht den Köder mit hinunter. Die Lösung: Ein Tiroler-Hölzl (hohler Kunststoffkörper mit Blei im Inneren) schwimmt quasi auf dem Schlamm. Der Köder bleibt sichtbar und fängig.
Teste es vorher: Wirf deine Montage aus und ziehe sie langsam wieder ein. Wenn das Blei durch Schlamm pflügt (erkennst du am schweren, schleppenden Gefühl), wechsle zum Tiroler-Hölzl.
Im Frühjahr und Sommer stehen Aale oft überraschend flach – knietiefes Wasser am Schilfgürtel kann absolute Top-Spots sein. Hier ist eine Posenmontage mit Knicklicht ideal:
Der Vorteil der Posenmontage: Du siehst jeden Biss sofort – die Pose taucht ab oder zieht seitlich weg. Beim Grundangeln mit Bissanzeiger kann es dagegen Sekunden dauern, bis du den Biss bemerkst. Im flachen Wasser macht diese Reaktionszeit den Unterschied.
Wenn es um Köder fürs Aalangeln geht, gibt es eine goldene Regel: Halte es natürlich. Aale sind Aasfresser und Jäger zugleich – sie fressen alles, was ihnen vor die Nase kommt. Aber sie haben auch einen exzellenten Geruchssinn. Künstliche Aromen bringen dich am Arendsee nicht weiter.
Tauwürmer sind am Arendsee die erste Wahl. Ein dicker, lebhafter Tauwurm am Haken ist für Aale nahezu unwiderstehlich. Die Bewegung, der Geruch, die Größe – alles stimmt. Nimm 1-2 große Würmer und ziehe sie komplett auf den Haken, sodass noch ein Stück vom Schwanzende frei heraushängt. Das erhöht die Lockwirkung durch Bewegung.
Wichtig: Frische Tauwürmer! Wenn sie schlaff und leblos sind, verlieren sie ihre Fängigkeit. Bewahre sie kühl und feucht in einer Box mit Erde auf. Am Wasser kannst du sie in einem nassen Tuch lagern.
Mistwürmer sind kleiner als Tauwürmer, aber mindestens genauso fängig. Ihr Vorteil: Sie sind extrem widerstandsfähig und bleiben auch nach mehreren Stunden am Haken noch lebendig. Wenn du eine lange Nacht am Wasser planst und nicht ständig neu anködern willst, sind Mistwürmer eine gute Wahl.
Verwende 3-5 Mistwürmer pro Haken – ein ganzes Wurmbündel. Das erzeugt starken Geruch und sieht aus wie ein großer Happen. Aale haben keine kleine Mäuler – sie können problemlos mehrere Würmer auf einmal nehmen.
Für die ganz großen Aale kannst du es mit Köderfisch versuchen. Ein kleiner, toter Fisch (8-12cm) am Grund – das ist ein Festmahl für kapitale Exemplare. Rotaugen, kleine Barsche oder Uckelei funktionieren gut. Wichtig: Lebende Köderfische sind in Deutschland verboten – verwende ausschließlich tote Fische.
Alternativ: Fischfetzen. Schneide einen Fisch in 3-4cm breite Stücke und ziehe sie auf den Haken. Der Vorteil: Fischfetzen setzen schnell viel Geruch frei. Am Arendsee mit seiner großen Tiefe kann das entscheidend sein – der Geruch zieht Aale aus weiter Entfernung an.
Bei kaltem Wasser unter 12°C kannst du mit Lockstoffen experimentieren. Knoblauch-Aroma hat sich beim Aalangeln bewährt – reibe den Wurm vor dem Anködern mit einer halbierten Knoblauchzehe ein oder verwende ein fertig gekauftes Knoblauch-Dip.
Bei warmem Wasser über 15°C brauchst du keine Lockstoffe. Die Aale sind aktiv, haben Hunger und finden den Köder auch ohne Hilfe. Zu viel Aroma kann sogar abschreckend wirken.
Tipp für lange Ansitze: Nimm eine kleine Kühlbox mit Kühlakkus mit ans Wasser. Würmer bleiben so die ganze Nacht frisch und lebhaft. Auch deine Getränke und Snacks profitieren davon – bei einer langen Nacht am Arendsee wirst du es zu schätzen wissen.
Timing ist beim Aalangeln alles. Du kannst die perfekte Montage, den besten Köder und den Hotspot des Sees kennen – aber wenn du zur falschen Zeit angelst, wirst du kaum Erfolg haben. Aale sind nachtaktive Jäger, die ihre Aktivität nach festen Mustern ausrichten.
Die beste Zeit beginnt 2-3 Stunden nach Einbruch der Dämmerung und dauert bis etwa 1 Uhr morgens. Warum gerade diese Zeit? Die Aale verlassen mit einsetzender Dunkelheit ihre Tagesverstecke und beginnen zu jagen. Aber sie brauchen eine gewisse Eingewöhnungsphase – deshalb setzt die Hauptaktivität erst verzögert ein.
In dieser Phase kannst du mit den meisten und aggressivsten Bissen rechnen. Die Aale sind hungrig, aktiv und nehmen den Köder oft ohne zu zögern. Wenn du nur ein paar Stunden Zeit hast, konzentriere dich auf dieses Zeitfenster.
Zwischen etwa 1 Uhr und 3 Uhr morgens wird es oft ruhig. Die Bisse nehmen deutlich ab oder bleiben ganz aus. Das ist völlig normal und liegt am natürlichen Aktivitätsmuster der Aale. In dieser Phase kannst du:
Viele Angler packen in dieser Phase enttäuscht zusammen. Ein Fehler! Denn danach kommt die zweite Beißphase.
Zwischen 3 und 4 Uhr morgens – etwa 1-2 Stunden vor Sonnenaufgang – setzt eine zweite Aktivitätsphase ein. Die Aale wissen instinktiv, dass bald das Tageslicht kommt und sie sich zurückziehen müssen. Deshalb nutzen sie die letzten Stunden der Nacht für intensive Nahrungssuche.
Diese Beißphase ist oft kürzer aber intensiver als die erste. Die Bisse kommen schnell hintereinander, die Fische nehmen den Köder gierig. Wenn du bis hierhin durchhältst, wirst du häufig belohnt.
Die beschriebenen Beißzeiten gelten vor allem für Frühjahr, Sommer und Frühherbst. Im Spätherbst und Winter verschiebt sich das Muster:
Eine Nacht am Arendsee kann lang werden – im positiven wie im negativen Sinne. Mit der richtigen Vorbereitung wird sie zum Erlebnis, ohne wird sie zur Geduldsprobe. Hier sind die wichtigsten Praxis-Tipps, die den Unterschied machen:
Suche dir einen Platz, an dem du windgeschützt und ungestört sitzen kannst. Das Nordufer bietet dafür die besten Bedingungen – weniger Badegäste, mehr Schilfgürtel, natürlichere Uferstruktur. Das Süd- und Westufer sind tags über stark frequentiert von Strandbad-Besuchern – abends kann es dort ruhiger sein, aber die Spots sind oft schon besetzt.
Achte auf festen Untergrund für deinen Angelschirm oder Zelt. Der Arendsee liegt in einer Senke – bei plötzlichem Regen kann Wasser vom Hang ablaufen. Eine leichte Erhöhung mit gutem Wasserabfluss ist ideal.
Moderne Bissanzeiger haben oft viel zu laute Grundeinstellungen. Am Arendsee, wo du möglicherweise stundenlang auf einen Biss wartest, sind schrille Fehlalarme nervig. Stelle die Lautstärke auf mittlere Empfindlichkeit – laut genug, dass du ihn auch im Halbschlaf hörst, aber nicht so laut, dass jede Windböe dich aufschreckt.
Wenn du mit offenem Rollenbügel angelst (empfohlen beim Aalangeln!), nutze einen Schnurclip am Bissanzeiger. So merkst du sofort, wenn Schnur abgezogen wird. Manche Angler verwenden zusätzlich eine kleine LED-Lampe am Clip – sie leuchtet auf, wenn die Schnur läuft. Gerade in der Dunkelheit ein enormer Vorteil.
Der häufigste Fehler beim Aalangeln: Zu früh anschlagen! Wenn die Schnur läuft oder der Bissanzeiger piept, ist der natürliche Reflex, sofort die Rute zu greifen und anzuschlagen. Genau das führt dazu, dass du den Köder dem Aal aus dem Maul ziehst.
Die richtige Technik:
Wenn du zu lange wartest (über 5 Sekunden), besteht die Gefahr, dass der Aal den Köder tief schluckt. Das macht das Hakenlösen schwierig und kann den Fisch verletzen. Die goldene Mitte bei 2-3 Sekunden hat sich bewährt.
Aale sind extrem kraftvoll – unterschätze das nicht! Ein 60cm-Aal kann sich mit erstaunlicher Kraft wehren. Pumpe ihn langsam heran, halte die Rute hoch und lass die Bremse arbeiten. Hektische Bewegungen führen zu Hakenausschlitzern.
Beim Keschern: Kopf voran ins Netz! Wenn du versuchst, den Aal von hinten zu keschern, windet er sich und kann aus dem Netz springen. Mit dem Kopf voran gleitet er sauber hinein.
Wichtig nach der Landung: Aale sind unglaublich glitschig und können sich blitzschnell winden. Lege dir ein feuchtes Handtuch bereit und wickle den Aal darin ein, bevor du den Haken löst. Das gibt dir Halt und schützt die Schleimhaut des Fisches.
Wichtig: Nachtangeln am Arendsee ist offiziell nicht erlaubt, wird aber laut Aussagen des Gastkartenverkäufers geduldet. Kläre das vor deinem Ansitz unbedingt bei der Fischerei Kagel ab – die Regelungen können sich ändern. Respektiere andere Angler und die Natur, dann gibt es meist keine Probleme.
Bevor du am Arendsee angeln kannst, brauchst du eine Angelkarte. Der Prozess ist unkompliziert, die Preise sind fair – aber ein paar Details solltest du kennen.
Es gibt zwei Anlaufstellen:
Die Preise sind moderat:
Zusätzlich brauchst du natürlich einen gültigen Fischereischein für Sachsen-Anhalt. Dieser wird beim Kauf der Angelkarte kontrolliert.
Beachte diese Punkte:
Hinweis: Fischereigesetze und Bestimmungen können sich ändern und variieren je nach Bundesland und Gewässer. Informiere dich vor jedem Angelausflug über die aktuell geltenden Regelungen.
Aale halten sich hauptsächlich an der Abbruchkante zwischen 7-12 Metern Tiefe auf, etwa 50-100 Meter vom Ufer entfernt. Diese Kante ist der absolute Hotspot – hier treffen flaches und tiefes Wasser aufeinander. Auch der Schilfgürtel am Nordufer ist vielversprechend, besonders im Frühjahr und Sommer in knietiefem Wasser.
Der Durchschnitt liegt bei etwa 60 Zentimetern, Exemplare bis 73 Zentimeter wurden gemeldet. Es sind keine Massenfänge zu erwarten, aber die Qualität ist konstant hoch. Die Aale im Arendsee sind gut genährt und kämpfen kraftvoll.
Eine Laufbleimontage mit 50-60g Bleigewicht ist Standard für die Abbruchkante. Bei schlammigem Grund solltest du ein Tiroler-Hölzl verwenden, damit der Köder nicht einsinkt. Für flaches Wasser am Schilfgürtel funktioniert auch eine Posenmontage mit Knicklicht sehr gut.
Die erste Beißphase liegt 2-3 Stunden nach der Dämmerung bis ca. 1 Uhr morgens. Dann gibt es oft eine Pause. Die zweite Beißphase beginnt zwischen 3-4 Uhr morgens, kurz vor Sonnenaufgang. Diese zweite Phase ist oft kürzer, aber sehr intensiv.
Ein Elektroboot mit Echolot ist sehr empfehlenswert wegen der großen Tiefe und Ausdehnung des Sees. Damit findest du die Abbruchkante punktgenau. Vom Ufer aus ist aber auch erfolgreiches Angeln möglich, besonders am Nordufer mit seinen flacheren Bereichen. Verbrennermotoren sind verboten!
Tauwürmer sind die erste Wahl – 1-2 große Würmer pro Haken. Alternativ funktionieren Mistwürmer (3-5 Stück als Bündel) sehr gut. Für kapitale Aale kannst du auch tote Köderfische (8-12cm) oder Fischfetzen verwenden. Bei kaltem Wasser unter 12°C hilft Knoblauch-Aroma als Lockstoff.
Eine Tageskarte kostet 10€ (ermäßigt 5€). Erhältlich bei der Tourist-Info oder Fischerei Kagel am Maränenhof. LAV-Mitglieder erhalten Vergünstigungen. Zusätzlich brauchst du einen gültigen Fischereischein für Sachsen-Anhalt.
Offiziell ist Nachtangeln nicht erlaubt, wird aber laut Aussagen des Gastkartenverkäufers geduldet. Kläre das unbedingt vor deinem Ansitz bei der Fischerei Kagel ab – die Regelungen können sich ändern. Respektiere andere Angler und die Natur, dann gibt es meist keine Probleme.
Der Arendsee ist kein Massenfang-Gewässer – das muss von Anfang an klar sein. Wenn du erwartest, jede Nacht fünf Aale zu landen, wirst du enttäuscht werden. Aber genau darin liegt der Reiz: Jeder Fisch ist hart erkämpft, jeder Biss ein Highlight.
Was macht den Arendsee besonders?
Wenn du bereit bist, Geduld und Zeit zu investieren – und wenn du die Tipps aus diesem Guide beherzigst – hast du sehr gute Chancen auf einen unvergesslichen Fang. Die Abbruchkante lokalisieren, zur richtigen Zeit am Wasser sein, den Köder frisch halten – das sind die Erfolgsfaktoren.
Und selbst wenn die Rute mal ruhig bleibt: Eine Nacht am Arendsee mit dem weiten Blick über das Wasser, dem Geräusch des Windes im Schilf und dem Sternenhimmel über dir – das ist ein Erlebnis, das weit über den Fang hinausgeht. Genau dafür gehen wir angeln.