Schleppangeln effektiv lernen
Mit dem Boot große Gewässer absuchen und gezielt Raubfische fangen – so funktioniert die unterschätzte Methode

Mit dem Boot große Gewässer absuchen und gezielt Raubfische fangen – so funktioniert die unterschätzte Methode
Wenn du das erste Mal siehst, wie beim Schleppangeln vier Ruten gleichzeitig krumm gehen, verstehst du die Faszination dieser Methode. Während das Boot ruhig über den See gleitet, arbeiten deine Köder in verschiedenen Tiefen – und plötzlich kracht es. Ein Hecht hat sich den Wobbler geschnappt, und die anderen Leinen laufen weiter. Kein hektisches Werfen, keine erfolglose Suche am Ufer – beim Schleppangeln übernimmt das Boot die Arbeit, während du große Wasserflächen systematisch durchkämmst.
Schleppangeln klingt kompliziert, ist aber einfacher als die meisten denken. Du lässt Köder hinter dem fahrenden Boot herlaufen – das ist im Grunde alles. Die Methode funktioniert wie bewegtes Spinnfischen vom Boot, nur dass du nicht ständig einrollen musst. Perfekt für große Seen, wo du sonst stundenlang erfolglos vom Ufer werfen würdest.
Aber Schleppangeln hat auch seine Grenzen: Du brauchst ein Boot mit Motor, die rechtlichen Regelungen variieren je nach Bundesland stark, und an manchen Gewässern ist die Methode komplett verboten. Wenn die Voraussetzungen stimmen, eröffnet dir Schleppangeln aber Möglichkeiten, die vom Ufer aus unmöglich sind.
In diesem Guide erfährst du, wie Schleppangeln funktioniert, welche Ausrüstung du brauchst, wie schnell du fahren musst und welche Köder wirklich laufen. Vom ersten Wurf bis zum perfekten Setup mit Downrigger und Sideplaner – praxisnah und ohne unnötigen Ballast.
Rechtlicher Hinweis: Die Regelungen zum Schleppangeln unterscheiden sich stark je nach Bundesland und Gewässer. Auf manchen Gewässern ist Schleppangeln komplett verboten, auf anderen nur mit Auflagen (z.B. Rutenbeschränkungen). Informiere dich VOR dem Angeln über die lokalen Bestimmungen!
Schleppangeln – auch Trolling genannt – bedeutet, dass du Köder hinter einem fahrenden Boot herziehst. Während das Boot sich bewegt, schwimmen deine Wobbler, Blinker oder Gummifische in der gewünschten Tiefe und imitieren flüchtende Beutefische. Die Ruten stecken in Rutenhaltern am Boot, du steuerst die Fahrt und beobachtest die Rutenspitzen. Wenn ein Fisch beißt, krümmt sich die Rute – der Rest ist Drill wie beim normalen Angeln.
Der entscheidende Vorteil: Du kannst riesige Wasserflächen in kurzer Zeit absuchen. Wo du vom Ufer stundenlang werfen müsstest, fährst du beim Schleppangeln in 30 Minuten mehrere Kilometer ab. Besonders auf großen Seen ohne klare Struktur macht das den Unterschied – du findest die Fische, statt auf Glück zu hoffen.
Schleppangeln funktioniert im Süßwasser und im Salzwasser. Im Binnensee jagst du Hecht, Zander, Barsch oder Seeforelle. An der Küste läuft die gleiche Technik auf Dorsch, Lachs oder Meerforelle. Die Grundprinzipien bleiben gleich – nur Ködergrößen und Geschwindigkeiten passen sich an.
Was viele nicht wissen: Du kannst mit einer bis zehn Ruten gleichzeitig schleppen. Anfänger starten mit drei Leinen – zwei Sideplaner links und rechts plus eine Leine direkt am Heck. Profis fischen komplexe Setups mit zehn Ruten auf verschiedenen Tiefen und Abständen. Für den Einstieg reicht aber eine einzelne Rute völlig aus.
Die Geschwindigkeit entscheidet über Erfolg oder Misserfolg. Zu langsam, und deine Wobbler arbeiten nicht richtig. Zu schnell, und die Fische verlieren das Interesse. Die optimale Schleppgeschwindigkeit im Süßwasser liegt zwischen 2 und 4 km/h – ungefähr Schrittgeschwindigkeit. Für Salmoniden wie Seeforellen etwas schneller: 3,4 bis 5 km/h.
Aber wie erkennst du die richtige Geschwindigkeit? Ganz einfach: Beobachte deine Rutenspitze. Wenn der Wobbler läuft, schlägt die Spitze rhythmisch aus – du siehst die Köderbewegung direkt an der Rute. Stoppt der Ausschlag, läuft der Köder nicht mehr. Dann musst du schneller fahren oder den Köder wechseln.
Ein Profi-Trick: Teste jeden Köder direkt neben dem Boot, bevor du ihn auslässt. Lass den Wobbler 2-3 Meter hinter dem Boot laufen und beobachte, ob er bei der aktuellen Geschwindigkeit optimal arbeitet. Erst wenn du zufrieden bist, gibst du mehr Schnur raus. Das spart dir später jede Menge Frust mit Ködern, die den ganzen Tag falsch gelaufen sind.
Im Winter musst du langsamer und tiefer schleppen. Kaltwasserfische sind träge und jagen nicht mehr aktiv hinter schnellen Ködern her. Reduziere die Geschwindigkeit auf 1,5-2,5 km/h und führe Gummifische oder Tauchwobbler in 4-6 Metern Tiefe im Mittelwasser.
Beim Schleppangeln kommen hauptsächlich Wobbler in Größen von 6 bis 20 cm zum Einsatz. Im Sommer eher kleinere Modelle, zum Herbst hin größere. Für große Hechte greifst du zu 15-30 cm langen Monster-Wobblern. Die Köder müssen stabil laufen – billige Modelle trudeln bei hoher Geschwindigkeit oder tauchen unkontrolliert ab.
Die wichtigste Entscheidung: Schwimmende oder tauchende Wobbler? Schwimmende Modelle sind perfekt für Einsteiger, weil sie bei jedem Stopp automatisch auftreiben. Du kannst das Boot anhalten, ohne dass der Köder am Grund hängen bleibt. Tauchwobbler erreichen größere Tiefen, erfordern aber mehr Erfahrung – bei falscher Führung kassierst du garantiert Hänger.
Die Lauftiefe deiner Wobbler muss zum Gewässer passen. Bei 8 Metern Wassertiefe bringen Flachläufer keinen Erfolg – du brauchst Tauchwobbler oder einen Downrigger. Umgekehrt: In 2 Metern Tiefe sind Tieftaucher Quatsch. Prüfe mit dem Echolot die Wassertiefe und wähle Köder entsprechend.
Die Farbwahl richtet sich nach den Beutefischen im Gewässer. In Maränenseen funktionieren blau-silberne Wobbler als Imitation. Bei Rotaugen und Barschen greifst du zu natürlichen Dekors mit Rot- und Goldtönen. Bei trübem Wasser helfen grelle Farben wie Firetiger oder Chartreuse – die Raubfische finden den Köder optisch besser.
Neben Wobblern laufen auch Gummifische, Blinker und sogar tote Köderfische. Gummis funktionieren besonders im Winter gut, wenn träge Räuber langsame Köder bevorzugen. Blinker erreichen durch ihr Gewicht große Tiefen ohne Hilfsmittel. Tote Köderfische an speziellen Schleppsystemen fangen große Hechte – sind aber aufwendiger zu montieren.
Ideal für Einsteiger – treiben bei Stopps auf und vermeiden Hänger
Erreichen größere Tiefen ohne Zusatzgewicht, laufen stabil
Für kaltes Wasser und langsame Führung, günstig bei Hängern
Klassiker mit starkem Druckwellen-Signal, sinken schnell ab
Für kapitale Räuber im Herbst, intensive Druckwellen
Natürlicher Geruch lockt misstrauische Großhechte
Die Grundmontage beim Schleppangeln ist simpel: Geflochtene Hauptschnur (15 kg Tragkraft) mit einem 0,50-0,65 mm Fluorocarbon- oder Monofil-Vorfach, verbunden durch einen stabilen Wirbel mit Karabiner. Das Vorfach sollte 1-2 Meter lang sein und fungiert als Puffer zwischen der sichtbaren Geflochtenen und dem Köder.
Für Hechte ist ein Stahl- oder Titandrahtvorfach mit mindestens 10 kg Tragkraft Pflicht. Die scharfen Zähne durchbeißen Fluorocarbon wie Butter. Viele Angler verzichten aus Bequemlichkeit darauf – und verlieren dann kapitale Fische inklusive teurem Wobbler. Spare nicht an der falschen Stelle.
Die Schnurlänge zwischen Boot und Köder sollte 20-30 Meter betragen. Bei ruhiger Wasseroberfläche gibst du mehr Schnur raus, um die Scheuchwirkung des Bootes zu reduzieren. Bei Wind oder Wellen reichen kürzere Abstände – die Fische sind dann mutiger und kommen näher ans Boot.
Bei den Ruten greifst du zu Schleppruten mit 210-300 cm Länge und 150-500 g Wurfgewicht. Die Ruten müssen steif genug sein, um den Widerstand des Wassers und des Köders auszugleichen, aber trotzdem sensibel genug, um Bisse zu zeigen. Eine weiche Spinnrute taugt nicht – sie knickt unter Dauerlast weg.
Als Rolle funktionieren stabile Stationärrollen ab Größe 4000 oder robuste Multirollen. Wichtig ist eine fein justierbare Bremse und ausreichend Schnurfassung für 200+ Meter Geflochtene. Beim Drill großer Fische vom Boot aus brauchst du Reserven – mit 100 Meter Schnur kommst du nicht weit.
Teste jeden Wobbler direkt neben dem Boot, bevor du ihn auslässt! Lass ihn 2-3 Meter hinter dem Boot laufen und prüfe, ob er bei deiner aktuellen Geschwindigkeit optimal arbeitet. Die Rutenspitze muss rhythmisch ausschlagen. Erst dann gibst du mehr Schnur raus – das spart dir später jede Menge tote Läufe.
Wenn du Fische in großen Tiefen suchst, kommst du um einen Downrigger kaum herum. Das Gerät besteht aus einer Seilwinde, an der eine schwere Bleikugel (1-5 kg) hängt. Deine Schnur wird mit einem Clip am Kabel befestigt und läuft auf exakter Tiefe – egal ob 10, 30 oder 50 Meter. Beim Biss löst sich der Clip, und du drillst den Fisch frei ohne das Bleigewicht.
Der entscheidende Vorteil: Du kannst leichte Wobbler in große Tiefen bringen, ohne dass sie durch schwere Bleie oder dicke Schnüre an Laufverhalten verlieren. Das Gewicht hängt am Downrigger-Kabel, nicht an deiner Angel. Der Köder läuft so natürlich wie beim Oberflächenangeln – nur eben 40 Meter tiefer.
Downrigger lohnen sich ab 6 Metern Wassertiefe. Unter dieser Tiefe ist die Scheuchwirkung des Bootes minimal – Sideplaner bringen dann keinen Vorteil mehr. In flacheren Bereichen bis 6 Meter funktionieren Sideplaner besser, weil sie den Köder seitlich vom Boot wegziehen und so die Scheuchwirkung reduzieren.
Die Technik klingt kompliziert, ist aber nach ein paar Versuchen Routine. Du lässt den Köder 10-20 Meter hinter dem Boot laufen, klickst die Schnur in den Downrigger-Clip ein und kurbelt das Gewicht auf die gewünschte Tiefe. Fertig. Beim Biss spürst du sofort den Widerstand, der Clip öffnet sich, und der Drill beginnt.
Sideplaner sind schwimmende Bretter oder Bojen, die deine Schnur seitlich vom Boot wegziehen – bis zu 8 Meter pro Seite. Damit fischst du eine Breite von bis zu 16 Metern gleichzeitig ab, statt nur die schmale Spur hinter dem Boot. Besonders in flachen Gewässern bis 6 Meter Tiefe machen Sideplaner den Unterschied, weil das Boot die Fische weniger verschreckt.
Die Funktionsweise ist simpel: Du befestigst die Schnur am Sideplaner-Brett, lässt es ins Wasser und gibst Schnur frei. Der Wasserwiderstand drückt das Brett seitlich weg, während du weiterfährst. Dein Köder läuft parallel zum Boot, aber mehrere Meter seitlich versetzt – perfekt für scheue Fische, die dem Boot ausweichen würden.
Ein typisches Einsteiger-Setup: Je ein Sideplaner links und rechts plus eine Leine direkt am Heck. Das sind drei Ruten, die du gut im Blick hast. Profis fischen komplexere Setups mit mehreren Sideplanern pro Seite auf verschiedenen Abständen – aber für den Anfang würde das nur verwirren.
Wichtig: Beim ersten Fang niemals das Boot stoppen! Das ist der klassische Anfängerfehler. Wenn eine Rute krumm geht, laufen die anderen Köder weiter – und fangen oft den nächsten Fisch. Erst wenn du mehrere Drills gleichzeitig hast, stoppst du kurz. Ansonsten läuft das Boot weiter, während du den Fisch drillst.
| Kriterium | Ab 6m Tiefe Downrigger Für tiefe Gewässer | Bis 6m Tiefe Sideplaner Für flache Bereiche |
|---|---|---|
Wassertiefe | 6-50 Meter | 1-6 Meter |
Tiefenkontrolle | ||
Seitliche Ausdehnung | ||
Scheuchwirkung reduzieren | ||
Anschaffungskosten | 150-400 € | 30-80 € |
Einsteiger-freundlich |
Ein Echolot ist beim Schleppangeln kein Luxus, sondern Pflicht. Ohne Echolot fährst du blind über den See und hoffst auf Glück. Mit Echolot siehst du Bodenkonturen, Futterfischschwärme und sogar einzelne Raubfische. Du erkennst, ob du in 3 oder 15 Metern Tiefe fährst – und kannst Köder entsprechend anpassen.
Worauf achtest du beim Echolot? Auf Einzelfische und dichte Fischschwärme. Große Sicheln oder Bögen deuten auf Raubfische hin. Kompakte Wolken zeigen Futterfischschwärme – dort halten sich Räuber garantiert auf. Fährst du über eine Kante von 5 auf 12 Meter, passt du die Lauftiefe deiner Köder sofort an.
Die richtige Lauftiefe zu finden ist entscheidend. Zeigt das Echolot Fische in 8 Metern Tiefe, bringen Flachläufer nichts – du musst tiefer. Umgekehrt: Stehen die Räuber direkt unter der Oberfläche, verschwendest du Zeit mit Tieftauchern. Beobachte das Echolot permanent und reagiere auf Veränderungen.
Strukturen wie Kanten, Unterwasserberge oder versunkene Bäume sind Hotspots für Raubfische. Zeigt das Echolot eine steile Kante, fährst du diese mehrmals ab – oft auf unterschiedlichen Tiefen. Große Hechte lauern an solchen Strukturen und greifen vorbeiziehende Köder.
Beim Schleppangeln im Süßwasser sind Hecht, Zander, Barsch und Seeforelle die Hauptzielfische. Hechte beißen das ganze Jahr über, besonders aggressiv aber im Frühjahr nach der Schonzeit und im Herbst vor dem Winter. Zander jagen vor allem in der Dämmerung – früh morgens oder spät abends bringt die besten Fänge.
Barsche fängst du beim Schleppangeln oft als Beifang, aber im Spätsommer und Herbst ziehen große Schwärme durch tiefere Bereiche – dann lohnt sich gezieltes Schleppen mit kleinen Wobblern um 6-8 cm. Seeforellen bevorzugen kaltes, sauerstoffreiches Wasser und beißen am besten im Frühjahr und Herbst.
An der Küste funktioniert Schleppangeln auf Dorsch, Lachs und Meerforelle. Dorsche stehen in unterschiedlichen Tiefen je nach Jahreszeit – im Frühjahr flach, im Winter tief. Lachse und Meerforellen jagen im Frühjahr dicht unter der Oberfläche und sind mit schnell geführten Wobblern oder Blinkern zu überlisten.
Die beste Jahreszeit fürs Schleppangeln ist Frühjahr und Herbst. Im Frühjahr sind die Fische nach dem Winter hungrig und jagen aktiv. Im Herbst fressen sie sich Reserven für den Winter an. Der Hochsommer kann schwierig sein – die Fische ziehen sich in große Tiefen oder schattige Bereiche zurück. Dann brauchst du Downrigger oder nachtaktive Sessions.
Hechte sind die klassischen Schleppraubfische. Sie lauern an Strukturen wie Schilfkanten, versunkenen Bäumen oder Kanten und attackieren vorbeiziehende Beute aggressiv.
Tipp: Hechte mögen auffällige Farben. Firetiger, Chartreuse oder grelle Kontraste triggern Aggressionsreflexe – selbst wenn die Fische nicht hungrig sind.
Der häufigste Fehler: Das Boot beim ersten Fang sofort stoppen. Viele Anfänger denken, sie müssen anhalten, um den Fisch zu drillen. Aber genau dann bleiben die anderen Köder stehen – und fangen nichts mehr. Lass das Boot weiterlaufen und drille parallel. Nur bei mehreren gleichzeitigen Bissen stoppst du kurz.
Zweiter Fehler: Köder nicht neben dem Boot testen. Du lässt den Wobbler sofort 30 Meter raus, ohne zu prüfen, ob er überhaupt läuft. Später stellst du fest, dass er die ganze Zeit getrudelt oder gar nicht gearbeitet hat. Immer erst neben dem Boot checken, ob die Rutenspitze rhythmisch ausschlägt – dann weißt du, der Köder läuft.
Dritter Fehler: Echolot ignorieren. Du fährst blind über den See und hoffst auf Glück, statt die Anzeige zu beobachten. Wenn das Echolot Fische in 8 Metern zeigt, du aber mit Flachläufern in 2 Metern Tiefe schleppst, kannst du lange warten. Passe die Lauftiefe an, was das Echolot anzeigt – nicht an Bauchgefühl.
Vierter Fehler: Zu schnell fahren. Viele denken, je schneller desto besser. Aber bei 6 km/h arbeiten die meisten Wobbler nicht mehr richtig – sie flattern oder drehen sich. Die optimale Geschwindigkeit liegt zwischen 2-4 km/h. Beobachte die Rutenspitze: Schlägt sie aus, passt die Geschwindigkeit. Stoppt der Ausschlag, bist du zu langsam oder zu schnell.
Fünfter Fehler: Kein Stahlvorfach bei Hechten. Aus Bequemlichkeit oder Unwissenheit verzichten viele auf Stahlvorfächer. Der erste große Hecht beißt dann durch – Fisch weg, teurer Wobbler weg. Ein Stahlvorfach kostet 3 Euro und hält Jahre. Spare nicht an der falschen Stelle.
Andere Köder bleiben stehen und fangen nichts mehr. Lass das Boot laufen und drille parallel!
Du merkst erst nach Stunden, dass der Wobbler gar nicht richtig gelaufen ist. Immer erst checken!
Fische stehen in 8m Tiefe, du schleppst in 2m. Passe Lauftiefe an das Echolot an!
Wobbler arbeiten nicht mehr richtig. Optimale Geschwindigkeit: 2-4 km/h, Rutenspitze muss ausschlagen!
Ein Biss – Fisch und teurer Wobbler weg. Stahlvorfach kostet 3 Euro und verhindert das!
Beim Schleppangeln wird der Köder hinter dem fahrenden Boot hergezogen, statt ihn durch Einrollen zu bewegen. Die Ruten stecken in Haltern am Boot, und das Boot übernimmt die Köderbewegung. So lassen sich große Wasserflächen systematisch absuchen – du musst nicht ständig werfen und einkurbeln. Perfekt für große Seen, wo gezieltes Werfen vom Ufer kaum Erfolg bringt.
Im Süßwasser sind Hecht, Zander, Barsch und Seeforelle die Hauptzielfische. An der Küste funktioniert Schleppangeln auf Dorsch, Lachs und Meerforelle. Grundsätzlich lassen sich alle Raubfische fangen, die aktiv jagen und auf Bewegungsreize reagieren. Friedfische wie Karpfen oder Brassen beißen beim Schleppangeln nicht – sie fressen am Grund statt sich bewegende Köder zu jagen.
Die optimale Geschwindigkeit liegt zwischen 2 und 4 km/h im Süßwasser – ungefähr Schrittgeschwindigkeit. Für Salmoniden wie Seeforellen etwas schneller: 3,4-5 km/h. Die Rutenspitze muss durch die Köderbewegung rhythmisch ausschlagen – das ist das Zeichen, dass der Wobbler richtig läuft. Stoppt der Ausschlag, bist du zu langsam. Bei zu hoher Geschwindigkeit flattern die Köder oder drehen sich – auch falsch.
Ja, du brauchst Schleppruten (210-300 cm, 150-500 g Wurfgewicht), stabile Multirollen oder Stationärrollen ab Größe 4000, geflochtene Schnur mit 15 kg Tragkraft und Fluorocarbon-Vorfächer. Optional aber sehr hilfreich: Downrigger für Tiefenkontrolle, Sideplaner für seitliche Ausdehnung und ein Echolot zur Gewässeranalyse. Normale Spinnruten sind zu weich und knicken unter Dauerlast weg – sie taugen nicht fürs Schleppen.
Nein, die Regelungen unterscheiden sich stark je nach Bundesland und Gewässer. Auf manchen Seen ist Schleppangeln komplett verboten, auf anderen nur mit Auflagen wie Rutenbeschränkungen (z.B. maximal 3 Ruten). An der Ost- und Nordsee ist es meist flexibel möglich. Prüfe vor jedem Ausflug die lokalen Bestimmungen – sonst riskierst du Bußgelder oder Entzug des Angelscheins.
Ein Downrigger ist eine Seilwinde mit schwerem Bleigewicht (1-5 kg), die deine Schnur in exakte Tiefen bis 50 Meter bringt. Deine Schnur wird mit einem Clip am Kabel befestigt – beim Biss löst sich der Clip, und du drillst den Fisch frei. Downrigger lohnen sich ab 6 Metern Wassertiefe, wenn normale Wobbler nicht mehr tief genug laufen. In flacheren Bereichen reichen schwimmende oder tauchende Wobbler aus.
Sideplaner sind schwimmende Bretter, die deine Schnur seitlich vom Boot wegziehen – bis zu 8 Meter pro Seite. Damit fischst du eine Breite von bis zu 16 Metern gleichzeitig ab, statt nur die schmale Spur hinter dem Boot. Das reduziert die Scheuchwirkung des Bootes und erhöht die befischte Fläche enorm. Besonders in flachen Gewässern bis 6 Meter Tiefe sind Sideplaner ideal – ab 6 Metern ist die Scheuchwirkung minimal, dann lohnt sich eher der Downrigger.
Nein, Schleppangeln erfordert zwingend ein Boot mit Motor. Die Technik basiert darauf, dass das Boot konstant fährt und die Köder in Bewegung hält. Mit einem Kajak oder Ruderboot ist echtes Schleppangeln nicht möglich – die Geschwindigkeit ist zu unregelmäßig. Falls du kein Boot hast, sind Methoden wie Spinnfischen vom Ufer, Feedern oder Posenangeln bessere Alternativen für große Gewässer.
Schleppangeln ist eine der effektivsten Methoden für große Gewässer. Während andere Angler stundenlang vom Ufer werfen, durchkämmst du mit dem Boot systematisch riesige Flächen und findest aktive Raubfische. Die Technik klingt komplex, ist aber einfacher als gedacht – Boot fahren lassen, Köder testen, Echolot beobachten. Der Rest kommt mit Erfahrung.
Die drei wichtigsten Erfolgsfaktoren: Richtige Geschwindigkeit (2-4 km/h), passende Lauftiefe (Echolot nutzen!) und laufende Köder (vorher testen!). Wenn diese drei Faktoren stimmen, fängst du Fisch. Alles andere – Downrigger, Sideplaner, komplexe Setups – ist Optimierung, aber nicht zwingend nötig.
Beachte aber die rechtlichen Einschränkungen. Schleppangeln ist nicht überall erlaubt – informiere dich vorab über die Regelungen an deinem Gewässer. Wenn es erlaubt ist, eröffnet dir die Methode Möglichkeiten, die vom Ufer unmöglich sind.
Starte mit einem einfachen Setup: Eine Rute, ein schwimmender Wobbler, 2-3 km/h Geschwindigkeit. Wenn das funktioniert, erweitere das Setup Schritt für Schritt. Schleppangeln bietet etwas, das andere Methoden nicht können – die Kombination aus systematischer Suche und aktiver Jagd. Und wenn dann vier Ruten gleichzeitig krumm gehen, verstehst du die Faszination dieser Technik.
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