Hechte angeln mit Blinker
Der taumelnde Klassiker, der seit Jahrzehnten Hechte verführt – wenn du die Führung beherrschst

Der taumelnde Klassiker, der seit Jahrzehnten Hechte verführt – wenn du die Führung beherrschst
Wenn ein Blinker durchs Wasser taumelt, passiert etwas Faszinierendes: Der Köder kippt von einer Seite zur anderen, reflektiert das Licht in alle Richtungen und imitiert dabei einen verletzten Beutefisch so realistisch, dass selbst misstrauische Hechte nicht widerstehen können. Dieser taumelnde Lauf ist das Erfolgsgeheimnis des Blinkers – und gleichzeitig der Grund, warum so viele Angler ihn falsch führen.
Der DAM Effzett ist seit Jahrzehnten der meistverkaufte Hechtblinker weltweit. Nicht ohne Grund: Seine einfache Löffelform funktioniert in fast jedem Gewässer, bei jeder Temperatur und über verschiedenste Untergründe. Aber auch spezialisierte Modelle wie flachlaufende Krautblinker haben ihre Berechtigung – besonders wenn Hechte zwischen Seerosen und Krautfeldern lauern.
In diesem Guide erfährst du alles über Blinker-Auswahl, Führungstechniken und die richtige Taktik für verschiedene Gewässertypen und Jahreszeiten. Von der langsamen Grundführung bis zur rasanten Burning-Technik im Hochsommer – jede Methode hat ihren Platz.
Ein Blinker ist ein löffelförmiger Metallköder, der sich beim Einholen um die eigene Achse dreht und dabei taumelt. Diese taumelnde Bewegung von Seite zu Seite imitiert einen verletzten Fisch – Hechte können dem Reiz kaum widerstehen.
Der Unterschied zum Spinner: Beim Spinner dreht sich nur das Spinnerblatt um eine starre Achse, der Körper bleibt gerade. Beim Blinker dreht sich der gesamte Köder taumelnd. Das macht Blinker besonders effektiv in tiefem und trübem Wasser, während Spinner in fließenden Gewässern glänzen.
Die typische Blinker-Form ist oval bis länglich mit leichter Wölbung – je stärker die Wölbung, desto langsamer musst du führen. Flache, längliche Modelle laufen schneller und eignen sich für Spinnfischen in größeren Tiefen.
Für Hecht sind Blinker zwischen 6 und 15 cm Länge mit 20-30g Gewicht ideal. Das Motto 'Große Köder fangen große Fische' gilt hier besonders: Hechte bevorzugen größere Beutefische, und ein 12 cm Blinker imitiert perfekt eine Rotauge oder Plötze.
Als Standard-Empfehlung gilt ein 6 cm Blinker mit 20g – er ist vielseitig einsetzbar und funktioniert in den meisten Gewässern. Größere Modelle mit 12-15 cm und 30g+ sind für kapitale Hechte und tiefe Seen gedacht.
Die Gewicht-Tiefe-Relation ist entscheidend:
Ein zu schwerer Blinker in Flachwasser führt zu ständigen Hängern – ein zu leichter in der Tiefe erreicht die Hechte gar nicht erst. Teste am Ufer vor deinen Füßen, wie schnell dein Blinker sinkt.
Geschwindigkeits-Schwelle testen: Jeder Blinker hat eine kritische Geschwindigkeit, ab der er permanent rotiert statt zu taumeln. Wirf den Köder im Flachwasser vor deine Füße und kurble in verschiedenen Geschwindigkeiten – du siehst sofort, wann er 'umkippt'. Diese Schwelle darfst du beim Angeln nie überschreiten!
Die Faustregel für Blinkerfarben ist einfach: Trübes Wasser und schlechtes Wetter erfordern Reizfarben (Gelb, Orange, Fluo), klares Wasser und Sonnenschein funktioniert mit Naturfarben (Silber, Kupfer, Grün) besser. Der klassische silberne Effzett mit rotem Punkt ist der Standard – er imitiert Weißfische perfekt.
Bei Sonneneinstrahlung nutze helle Farben wie Silber oder Weiß – die Reflexionen reizen Hechte zusätzlich. Bei bewölktem Himmel greife zu gedeckteren Farben wie Kupfer oder mattem Grün.
Meine Empfehlung für die Grundausstattung:
Wenn du unsicher bist, beginne mit Silber – diese Farbe funktioniert in 80% aller Situationen.
Die Führung entscheidet über Erfolg oder Misserfolg beim Blinkerangeln. Der häufigste Fehler: Zu schnelles Einholen. Ein Blinker soll von Seite zu Seite taumeln, nicht permanent rotieren wie ein Propeller.
Grundführung: Langsam und gleichmäßig
Wirf den Blinker aus, lass ihn auf die gewünschte Tiefe absinken und kurble langsam und gleichmäßig ein. Der Blinker sollte sich alle 1-2 Sekunden einmal um die eigene Achse drehen – nicht schneller. Spüre den Köder in der Rute: Du merkst die taumelnde Bewegung als leichtes Pochen.
Spinnstops einbauen: Der Gamechanger
Baue alle 5-10 Kurbelumdrehungen einen kurzen Stopp ein. Der Blinker sinkt ab, taumelt dabei weiter und bietet dem Hecht die perfekte Gelegenheit zur Attacke. Viele Bisse erfolgen genau in dieser Absinkphase.
Variable Führung für Fortgeschrittene
Wechsle die Geschwindigkeit: 3-4 langsame Kurbelumdrehungen, dann 2 schnelle, dann wieder Spinnstop. Oder gib 2-3 kurze Twitches (Rutenspitzenschläge) – der Blinker bricht seitlich aus, taumelt ab und folgt dann wieder der Schnur. Diese unregelmäßige Bewegung triggert selbst inaktive Hechte.
Häufiger Fehler: Zu starker Anschlag beim Biss! Wenn der Hecht beißt, spürst du einen harten Schlag in der Rute. Kurble einfach weiter oder gib einen kräftigen, aber kontrollierten Anhieb – kein wildes Hochreißen! Das Hechtmaul ist knüppelhart, der Haken sitzt beim Blinker meist sauber.
Eine der fängigsten Methoden überhaupt: Flachlaufende Blinker über dichten Krautfeldern führen. Hechte lauern genau dort zwischen Wasserpflanzen und Seerosen auf Beute – normale Köder verfangen sich sofort, Blinker gleiten darüber hinweg.
Die richtige Technik:
Spezielle Krautblinker aus Österreich haben eine patentierte Körperform, die sich durch dichteste Pflanzenfelder schlängelt. Diese Modelle sind Gold wert in stark verkrauteten Seen – normale Blinker hängen ständig, Krautblinker laufen sauber durch.
Farbwahl: Über Kraut funktionieren Naturfarben wie Silber oder mattem Grün hervorragend. An sonnigen Tagen sorgen die Reflexionen für zusätzlichen Reiz – Hechte sehen den Blinker von unten als hellen Schatten.
Das Frühjahr nach der Schonzeit ist die absolute Topzeit für Hechtblinker. Die Fische ziehen nach dem Laichen ins Freiwasser und sind extrem hungrig. Sie stehen jetzt in Ufernähe – perfekt für Blinker-Angler.
Wassertemperatur: Ab 10-12°C werden Hechte aktiv – sie fressen nach dem Laichstress und sind weniger vorsichtig als im Sommer.
| Modell | Bestseller DAM Effzett Der Klassiker | ABU Garcia Atom Kompakt & stark | Kuusamo Professor Finnischer Spezialist |
|---|---|---|---|
Stärken | Universell einsetzbar, läuft in jeder Tiefe zuverlässig | Starke Vibrationen, auch bei langsamer Führung | Unregelmäßiger Lauf, triggert inaktive Hechte |
Gewässer | Seen, Flüsse, Kanäle – überall | Tiefe Seen, Strömung | Klares Wasser, Krautfelder |
Führung | Langsam bis mittel, viele Spinnstops | Langsam, gleichmäßig | Ultra-langsam, unregelmäßig |
Empfohlen für | Einsteiger & Profis | Fortgeschritten | Profis |
Preis | Günstig (3-8€) | Mittel (6-12€) | Mittel (8-15€) |
Die richtige Rute ist entscheidend: Eine Spinnrute mit 2,70-3,00 m Länge und 20-60g Wurfgewicht ist ideal. Die Rute sollte genügend Rückgrat haben für den kraftvollen Anschlag – Hechtmäuler sind knüppelhart.
Rolle und Schnur:
Das Stahlvorfach ist nicht optional – Hechtzähne durchtrennen normale Schnur sofort. Verwende hochwertige Stahlvorfächer mit Karabiner und Wirbel – billige Modelle knicken schnell ab.
Beim Blinker dreht sich der gesamte Körper taumelnd um die eigene Achse und imitiert einen verletzten Beutefisch. Beim Spinner dreht sich nur das Spinnerblatt um eine starre Achse, der Körper bleibt gerade.
Blinker sinken schneller ab und eignen sich für tiefes und trübes Wasser, Spinner für fließendes und klares Wasser. Blinker erzeugen mehr visuelle Reize durch Reflexionen, Spinner mehr Druckwellen durch das rotierende Blatt.
Für Hecht sind 6-15 cm Länge und 20-30g Gewicht optimal. Als Standard-Empfehlung gilt ein 6 cm Blinker mit 20g – er ist vielseitig einsetzbar und funktioniert in den meisten Gewässern.
Größere Köder (12-15 cm, 30g+) sind für kapitale Hechte und tiefe Seen gedacht. Das Motto 'Große Köder fangen große Fische' gilt beim Hecht besonders – sie bevorzugen größere Beutefische.
Faustformel: Trübes Wasser/Wetter = Reizfarben (Gelb, Orange, Fluo). Klares Wasser/Wetter = Naturfarben (Silber, Kupfer, Grün).
Hell bei Sonne, gedeckt bei Bewölkung. Der klassische silberne Effzett mit rotem Punkt ist der Standard – er imitiert Weißfische perfekt und funktioniert in 80% aller Situationen. Wenn du unsicher bist, beginne mit Silber.
Langsamer als du denkst! Der Blinker soll von Seite zu Seite taumeln, nicht permanent rotieren. Teste am Ufer vor deinen Füßen die kritische Geschwindigkeit – sobald der Blinker wie ein Propeller rotiert, ist es zu schnell.
Variiere die Geschwindigkeit: Langsame Passagen, kurze Beschleunigungen, Spinnstops einbauen. Träge Hechte im Winter extrem langsam, im Sommer etwas schneller. Viele Bisse erfolgen in der Absinkphase nach einem Spinnstop.
Der Klassiker ist der DAM Effzett – ein Allrounder der seit Jahrzehnten funktioniert. Weitere Top-Modelle:
Standard-Empfehlung für Einsteiger: Silberner Effzett in 6 cm mit 20g.
Ja, absolut! Ein Stahlvorfach ist beim Hechtangeln Pflicht. Hechtzähne sind rasiermesserscharf und durchtrennen normale Schnur sofort – du verlierst nicht nur den Fisch, sondern auch deinen Köder.
Verwende hochwertige Stahlvorfächer mit 30-50 cm Länge und 8-12 kg Tragkraft. Billige Modelle knicken schnell ab – investiere in Qualität. Habe immer 3-5 Ersatzvorfächer dabei.
Ja, aber mit Einschränkungen. In langsam fließenden Flüssen wie der Ruhr funktionieren Blinker hervorragend – du musst nur die Geschwindigkeit anpassen. Führe den Köder langsamer als im See, da die Strömung ihn zusätzlich bewegt.
In stark fließenden Gewässern sind Spinner oft die bessere Wahl – sie erzeugen mehr Druckwellen und sind stabiler in der Strömung.
Der Blinker ist zu Recht ein Klassiker unter den Hechtködern. Seine taumelnde Bewegung imitiert verletzte Beutefische so realistisch, dass selbst vorsichtige Hechte nicht widerstehen können. Besonders die Technik mit flachlaufenden Blinkern über Krautfeldern ist Gold wert – dort lauern die größten Fische.
Die wichtigsten Erfolgsfaktoren:
Der DAM Effzett ist der perfekte Einstieg – günstig, zuverlässig und fängig. Ergänze deine Box mit einem flachlaufenden Modell für Krautfelder und einem schweren Blinker für tiefe Bereiche. Dann bist du für jede Situation gerüstet.
Jetzt liegt es an dir: Teste verschiedene Führungstechniken, variiere die Geschwindigkeit und finde heraus, was in deinem Gewässer funktioniert. Und wenn der erste Hecht deinen Blinker nimmt – dieser Moment wird dich süchtig machen.
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