Zander am Ammersee
Der drittgrößte See Bayerns fordert dich heraus: 81 Meter Tiefe, extreme Strukturen und scheue Räuber. Hier erfährst du, wie du die besten Spots findest und Zander erfolgreich fängst.

Der drittgrößte See Bayerns fordert dich heraus: 81 Meter Tiefe, extreme Strukturen und scheue Räuber. Hier erfährst du, wie du die besten Spots findest und Zander erfolgreich fängst.
Wenn du das erste Mal mit dem Boot auf den Ammersee fährst und dein Echolot einschaltest, verstehst du sofort die Dimension: 81 Meter Maximaltiefe, 4.700 Hektar Fläche und Tiefenunterschiede von über 30 Metern auf wenigen Metern Distanz. Der drittgrößte See Bayerns ist extrem fischreich – aber genau diese Weite macht ihn zu einem der anspruchsvollsten Zandergewässer.
Die Zander am Ammersee sind nicht nur zahlreich, sondern auch extrem vorsichtig. Das kristallklare Wasser der Voralpen zwingt dich zu natürlichen Ködern und Feinheit in der Präsentation. Wer hier erfolgreich sein will, braucht mehr als Grundkenntnisse – du brauchst die richtigen Strategien für dieses einzigartige Gewässer.
Der Ammersee liegt auf 533 Metern Höhe und beheimatet einen artenreichen Fischbestand – neben Zandern auch Rapfen, Welse und sogar drei endemische Arten, die nur hier vorkommen: den Ammersee-Kaulbarsch, den Ammersee-Tiefensaibling und die Ammersee-Renke. Diese wissenschaftliche Besonderheit unterstreicht die einzigartige Gewässerqualität.
Die Herrschinger Bucht im südlichen Ostufer ist der absolute Top-Spot. Direkt davor liegt die tiefste Stelle des Sees mit 81 Metern, und genau hier finden sich zahlreiche Plateaus und Abbruchkanten – perfekte Zander-Strukturen. Die extremen Tiefenunterschiede von bis zu 30 Metern auf wenigen Metern schaffen ideale Hotspots.
Ohne Echolot und Tiefenkarten bist du hier aufgeschmissen. Du musst die Kanten und Plateaus gezielt finden – ein Bootsecholot ist am Ammersee absolut unverzichtbar. Die Zander stehen tagsüber in 5-10 Metern Tiefe an diesen Strukturen, nachts kommen sie ins Flachere.
Weitere erfolgversprechende Spots:
Wichtig: Bootsangeln am Ammersee ist nur vom 15. April bis 31. Oktober erlaubt. Vom Ufer aus ist Zanderangeln sehr schwierig – ein Boot wird dringend empfohlen.
Hier gibt es keine Beschönigung: Vom Ufer aus Zander zu fangen ist am Ammersee extrem schwierig. Die besten Strukturen liegen weit draußen, und die Fische sind in der Dämmerung aktiv – genau dann, wenn du vom Ufer aus kaum die richtigen Tiefen erreichst.
Ein Angelboot ist am Ammersee für ernsthaftes Zanderangeln unverzichtbar. Du brauchst die Mobilität, um Strukturen abzusuchen, Tiefenlinien zu folgen und gezielt die Plateaus an der Herrschinger Bucht zu befischen. Mit dem Boot kannst du außerdem Schleppangeln – eine sehr effektive Methode für diesen See.
Vom Ufer aus hast du dennoch Chancen, wenn du:
Aber sei ehrlich zu dir selbst: Für konstante Erfolge brauchst du ein Boot. Die Erfolgsberichte vom Ufer sind selten – und wenn, dann von Anglern, die jede Dämmerung am Wasser sind und die Spots perfekt kennen.
Der Ammersee ist ein kristallklarer Voralpensee – und genau das bestimmt deine Köderwahl. Was in trüben Gewässern funktioniert (schockige Farben wie Chartreuse oder Firetiger), schreckt hier die Fische ab. Du musst natürliche Dekors wählen, die echte Beutefische imitieren.
Top-Farben für den Ammersee:
Die Gummifisch-Größe sollte zwischen 8-15 cm liegen. Wichtig ist, dass die Gummifische sehr weich sind mit kleinen Schaufelschwänzen – das erzeugt ein dezenteres Spiel, das zu klarem Wasser passt. Im Herbst, wenn die Zander ihren Appetit steigern, darfst du größer werden (10-15 cm).
Wenn die Sonne untergeht und der Ammersee zur Ruhe kommt, beginnt die beste Zeit für Zander. Nachts ziehen die Fische vom Tiefen ins Flache – und genau hier sind Wobbler extrem erfolgreich.
Setze auf flachlaufende Modelle mit 1-2 Metern Lauftiefe und einer Länge um 10 cm. Die Führung sollte langsam und monoton sein – lass den Wobbler einfach arbeiten, ohne hektische Beschleunigungen. Zander jagen nachts nicht explosiv, sondern saugen Beute gezielt ein.
Zwei entscheidende Features für Nachtwobbler:
Die heißeste Phase ist die Dämmerung und die ersten Stunden nach Sonnenuntergang. Je dunkler es wird, desto flacher ziehen die Zander. Befische Steinpackungen, Böschungen und die Bereiche rund um Stege – genau dort lauern die Räuber auf Beutefische.
Mit dem Boot hast du am Ammersee eine weitere hocheffektive Möglichkeit: Schleppangeln. Diese Methode wird oft unterschätzt, ist aber besonders bei der extremen Tiefe des Sees extrem erfolgreich.
Nutze Wobbler in mittlerer Größe und führe sie mit einem Downrigger in 4-10 Metern Tiefe. Die Top-Farben beim Schleppen sind Blau/Silber und Rot/Weiß – Dekors, die auch in der Tiefe gut sichtbar sind und Beutefische imitieren.
Der entscheidende Vorteil beim Schleppangeln: Du kannst große Flächen absuchen und bleibst dabei in der exakt richtigen Tiefe. Folge den Tiefenlinien an der Herrschinger Bucht, fahre die Plateaus ab und achte auf dein Echolot – wenn du Fischsicheln siehst, reduziere das Tempo und lass den Köder länger in der Zone arbeiten.
Berichte von Anglern zeigen: Beim Schleppen wurden Zander auch mittags auf Flachufern gefangen – ein Beweis, dass diese Methode auch außerhalb der klassischen Dämmerungs-Zeiten funktioniert.
Kombiniere Methoden! Schleppe am Tag, um Fische zu lokalisieren und Strukturen zu finden. Merke dir erfolgreiche Spots im GPS. Abends kommst du dann mit Gummifisch oder Wobbler gezielt zurück und bearbeitest diese Hotspots intensiv.
Wenn sich der Ammersee im Herbst abkühlt, beginnt die beste Zanderzeit des Jahres. Die Fische fressen sich Winterspeck an, der Sauerstoffgehalt im Wasser steigt und die Aktivität erreicht ihren Höhepunkt.
Warum Oktober/November so erfolgreich sind:
Setze im Herbst auf größere Gummifische in natürlichen Farben. Befische vor allem die Tiefenkanten an der Herrschinger Bucht – hier sammeln sich die Zander vor dem Winter.
Technisch ja – aber es ist extrem schwierig. Die besten Strukturen liegen weit draußen, und ohne Boot erreichst du die Hotspots kaum. Mit einer Wathose kannst du weiter rauskommen, und an Dampferstegen hast du Zugang zu tiefem Wasser. Für konstante Erfolge brauchst du aber eindeutig ein Boot.
Oktober und November sind die Top-Monate. Die Zander fressen sich Winterspeck an, der Sauerstoffgehalt ist hoch und die Aktivität am größten. Auch direkt nach der Schonzeit (ab 1. Mai) ist sehr erfolgreich, weil die Fische ausgehungert sind. Im Hochsommer (Juli/August) wird es schwierig.
Ja, absolut. Bei 81 Metern Maximaltiefe und extremen Tiefenunterschieden ist ein Echolot unverzichtbar. Du musst Plateaus, Kanten und Abbrüche finden – ohne Echolot fischt du blind. Kombiniere es mit digitalen Tiefenkarten und GPS-Markierungen für erfolgreiche Spots.
Der Ammersee ist kristallklar – du brauchst natürliche Dekors. Top-Farben sind Weiß/Perlmutt (imitiert Renken), Schwarz (perfekt in Dämmerung) und Motoroil/Braun (universell einsetzbar). Schockige Farben wie Chartreuse schrecken die vorsichtigen Fische eher ab.
Dämmerung und Morgengrauen sind unschlagbar. Die ersten Stunden nach Sonnenuntergang sind ebenfalls sehr erfolgreich. Nachtangeln funktioniert hervorragend, weil die Zander dann ins Flache kommen. Tagsüber stehen die Chancen deutlich schlechter – außer beim Schleppangeln, wo auch mittags Fänge möglich sind.
Tagsüber findest du Zander in 5-10 Metern Tiefe an Strukturen wie Plateaus und Kanten. Nachts ziehen sie ins Flache (2-5 m). Direkt nach der Schonzeit stehen sie oft noch flacher. Im Hochsommer ziehen sie sich tiefer zurück (8-15 m). Der Schlüssel ist, die Strukturen zu finden – nicht einfach blind eine Tiefe abzufischen.
Ja, sehr gut sogar. Mit Wobbler und Downrigger in 4-10 Metern Tiefe kannst du große Flächen absuchen. Top-Farben sind Blau/Silber und Rot/Weiß. Das Schleppangeln ist besonders effektiv, um Fische zu lokalisieren – du kannst dann abends mit Gummifisch gezielt diese Spots bearbeiten.
Die Herrschinger Bucht liegt im südlichen Ostufer des Ammersees. Direkt davor befindet sich die tiefste Stelle (81 m) mit zahlreichen Plateaus und extremen Tiefenunterschieden von bis zu 30 Metern auf wenigen Metern. Diese Strukturvielfalt ist perfekt für Zander – sie jagen an den Kanten und nutzen die Plateaus als Ruhezonen.
Der Ammersee ist kein Gewässer für Anfänger oder Gelegenheitsangler. Die schiere Größe, die extremen Tiefen und die vorsichtigen Fische fordern dein ganzes Können. Aber genau das macht den Reiz aus – wenn du hier einen Zander fängst, weißt du, dass du es dir verdient hast.
Die drei wichtigsten Erfolgsfaktoren:
Der Ammersee bietet etwas, das viele überlaufene Gewässer längst verloren haben: Echte Wildnis, scheue Fische und die Genugtuung eines verdienten Fangs. Wenn du morgens um 5 Uhr auf dem stillen Wasser treibst, die Alpen im Hintergrund aufleuchten und deine Rute sich plötzlich krümmt – dann weißt du, warum sich der Aufwand lohnt.