Hechtangeln an der Aller
117 Kilometer erstklassiges Hechtrevier mit fast 200 Buhnen – wo die bulligen Flussjäger auf dich warten

117 Kilometer erstklassiges Hechtrevier mit fast 200 Buhnen – wo die bulligen Flussjäger auf dich warten
Wenn du das erste Mal an der Aller stehst und auf die breite Wasserfläche blickst, verstehst du sofort: Das ist Hechtgebiet. Von Celle bis zur Mündung in die Weser erstreckt sich ein 117 Kilometer langer schiffbarer Abschnitt, der strukturreicher kaum sein könnte. Fast 200 Buhnen gliedern den Fluss, schaffen strömungsberuhigte Zonen und genau die Strukturen, die Hechte lieben.
Das Besondere an der Aller: Hier fängst du keine schlanken Seehechte, sondern bullige Flussjäger mit kompaktem Körperbau. Die ständige Strömung formt diese Fische anders – sie sind bei gleicher Länge deutlich schwerer und kämpfen wie die Teufel. Der Drill eines 80cm-Aller-Hechts fühlt sich an wie der eines 90cm-Exemplars aus dem See.
Die Aller variiert in ihrer Breite zwischen 15 und 80 Metern, je nach Abschnitt. Die mäßige Fließgeschwindigkeit macht das Spinnfischen komfortabel – du kannst deine Köder kontrolliert führen, ohne dass die Strömung alles durcheinanderwirbelt. Gleichzeitig ist genug Zug im Wasser, um den Hechten Sauerstoff zu bringen und sie aktiv zu halten.
Der fischreichste Abschnitt liegt unterhalb von Hülsen. Hier verbreitert sich die Aller auf 70 bis 80 Meter, und die Buhnendichte ist am höchsten. Fast 200 dieser steinernen Strukturen ragen hier ins Wasser – jede einzelne ein potenzieller Hechtstand. Das bedeutet: Du kannst einen ganzen Tag lang systematisch eine Buhne nach der anderen abfischen, ohne dich zu wiederholen.
Hechte sind faul. Sie stehen nicht in der Hauptströmung und verschwenden keine Energie – stattdessen lauern sie dort, wo das Wasser langsamer fließt und trotzdem genug Beute vorbeischwimmt. An der Aller findest du diese Hotspots in vier klassischen Bereichen:
Buhnenfelder sind der Klassiker. Die Steinwälle ragen ins Wasser und schaffen dahinter strömungsberuhigte Zonen. In diesen Kehrwasser-Bereichen steht der Hecht mit dem Kopf flussaufwärts und wartet auf vorbeitreibende Beute. Wichtig: Nicht direkt am Buhnenkopf, wo die Strömung am stärksten ist, sondern 5 bis 10 Meter dahinter im ruhigeren Bereich.
Altarme sind Gold wert, wenn du sie findest. Diese vom Hauptstrom abgetrennten Bereiche haben kaum Strömung, oft verkrautete Uferzonen und viel Deckung. Die Meißemündung bei Hodenhagen ist so ein Bereich – ein Seitenarm mit eigenem Charakter, in dem sich Hechte gerne aufhalten.
Wehre und Schleusen ziehen Hechte durch den höheren Sauerstoffgehalt und die Strömungskanten an. Unterhalb von Wehren entstehen oft tiefere Kolke und Verwirbelungen – perfekte Verstecke. Achte hier auf die Schonzeit und lokale Regelungen, da manche Bereiche Schutzzonen sind.
Zuflüsse und Einmündungen bringen frisches, sauerstoffreiches Wasser und locken Beutefische an. Die bereits erwähnte Meißemündung ist so ein Magnet. Auch kleinere Bäche, die in die Aller münden, sind es wert, genauer untersucht zu werden – besonders nach Regenfällen, wenn Nährstoffe eingeschwemmt werden.
Die flussab gelegene Seite einer Buhne ist besser als die flussauf gelegene. Warum? Das Wasser ist auf der Rückseite ruhiger, und Hechte sparen dort mehr Energie. Konzentriere deine Würfe auf diese Bereiche.
Lass uns ehrlich sein: Die Aller ist kein See, in dem du jeden beliebigen Köder durchs Wasser ziehen kannst. Die Strömung stellt Anforderungen an Gewicht und Führung. Nach vielen Angelstunden und Gesprächen mit Aller-Locals haben sich drei Ködertypen als besonders fängig herauskristallisiert.
Gummifische zwischen 12 und 18 Zentimetern sind dein Hauptwerkzeug. Montiere sie auf Jigköpfen zwischen 5 und 10 Gramm – das Gewicht muss zur Strömung passen. In der Hauptstrecke unterhalb Hülsen brauchst du eher 8 bis 10 Gramm, in den ruhigeren Altarmen reichen 5 bis 6 Gramm.
Die Farbe? Barsch-Dekore funktionieren ausgezeichnet, aber auch grüngoldene Muster für trübes Wasser und weiß-silberne Shads für klarere Bedingungen bringen Fisch. Der Vorteil von Gummis: Du kannst sie langsam über den Grund hüpfen lassen oder direkt unter der Oberfläche durchziehen – je nachdem, wo die Hechte gerade stehen.
Wichtig bei der Führung: Wirf den Gummi flussaufwärts und lass ihn mit der Strömung zurückkommen. Hechte stehen mit dem Kopf gegen die Strömung, und ein Köder, der von vorne kommt, sieht natürlicher aus. Kurble langsam ein, mach immer wieder Pausen – in diesen Momenten kommt oft der Biss.
Zweiteilige Wobbler haben sich an der Aller einen Namen gemacht. Das Gelenk in der Mitte erzeugt ein verführerisches Spiel, das auch träge Hechte aus der Reserve lockt. Setze auf Modelle zwischen 10 und 15 Zentimetern – kleinere Wobbler werden in der Strömung oft ignoriert.
Die Tauchtiefe sollte zur Gewässerstruktur passen. An den meisten Buhnen reichen Flachläufer mit 0,5 bis 1,5 Meter Tauchtiefe, in den tieferen Kolken unterhalb von Wehren dürfen es auch Tiefläufer bis 3 Meter sein. Experimentiere mit der Einholgeschwindigkeit – manchmal wollen die Hechte schnell geführte Köder, manchmal funktioniert nur ein langsames Durchziehen mit vielen Stopps.
Wenn Wind aufkommt oder die Strömung stark ist, greifen erfahrene Aller-Angler zum Blinker. Aber nicht zu den leichten 10-Gramm-Modellen aus dem See-Sortiment – an der Aller sollten Blinker mindestens 20 Gramm wiegen, besser 25 bis 30 Gramm. Nur so behalten sie in der Strömung die Kontrolle und laufen stabil.
Die Farben Silber und Gold sind bewährt, an trüben Tagen dürfen es auch Signalfarben wie Orange oder Chartreuse sein. Führe den Blinker mit gleichmäßigen Kurbelumdrehungen, lass ihn ab und zu absinken – diese Absink-Phase ist oft der Auslöser für die Attacke.
Du brauchst keine Elite-Ausrüstung, aber ein paar Grundregeln solltest du beachten. Die Aller verzeiht keine zu leichten Ruten oder zu dünne Schnüre – Flusshechte kämpfen hart, und verloren gegangene Fische durch Materialversagen frustrieren nur.
Spinnrute: 2,40 bis 2,70 Meter Länge, Wurfgewicht 20-60 Gramm. Damit deckst du das komplette Köder-Spektrum ab. Eine mittlere Aktion ist ideal – zu weich, und du kriegst die schweren Köder nicht sauber ins Wasser; zu hart, und du verlierst das Gefühl für den Köder.
Rolle: Eine 3000er oder 4000er Stationärrolle mit vernünftiger Bremse. Achte auf eine fein justierbare Frontbremse – Hechte machen oft explosive erste Fluchten, und wenn die Bremse zu hart eingestellt ist, reißt die Schnur oder der Haken bricht aus.
Schnur: Geflochtene Schnur mit 0,12 bis 0,15 Millimetern Durchmesser und einer Tragkraft von 8 bis 12 Kilogramm. Spare nicht an der Schnur! Billige Geflechtschnüre haben oft ungleichmäßige Durchmesser – das kostet Wurfweite und führt zu Perücken. Investiere in eine vernünftige Marke, das zahlt sich aus.
Vorfach: Unverzichtbar beim Hechtangeln. Die scharfen Zähne durchtrennen normale Schnur wie Butter. Verwende Stahlvorfächer mit 30 bis 40 Zentimetern Länge oder Fluorocarbon-Vorfächer ab 0,60 Millimetern. Stahlvorfächer sind robuster, Fluorocarbon ist unauffälliger – an klaren Tagen kann das den Unterschied machen.
Die Aller ist lang, und nicht jeder Abschnitt fischt sich gleich gut. Wenn du nicht Jahre damit verbringen willst, jeden Meter abzusuchen, konzentriere dich auf die bewährten Hotspots. Lokale Angler haben über Jahrzehnte herausgefunden, wo die Hechte verlässlich stehen.
Das ist die Königsdisziplin. Zwischen Hülsen und Verden liegen fast 200 Buhnen auf vergleichsweise kurzer Strecke – eine Struktur nach der anderen. Hier ist die Aller 70 bis 80 Meter breit, die Strömung moderat, und die Buhnendichte so hoch, dass du an einem Tag unmöglich alles abfischen kannst.
Die Buhnenstrecke vor Eilte ist besonders bekannt. Die Buhnen sind hier sehr regelmäßig angeordnet, gut zugänglich, und der Hechtbestand ist exzellent. Wenn du das erste Mal hier bist, starte mit den flussab gelegenen Buhnen – die haben meist das ruhigste Wasser.
Ein echter Geheimtipp, der gar nicht mehr so geheim ist. Die Meiße ist ein Nebenfluss der Aller, und ihre Mündung schafft einen strukturreichen Übergangsbereich zwischen Fluss und Seitenarm. Hier ist weniger Strömung, mehr Deckung durch Vegetation, und die Hechte stehen oft direkt am Zusammenfluss.
Fische diese Zone mit leichteren Jigköpfen (5-6 Gramm) und führe deine Köder langsam – die Fische sind hier nicht auf schnelle Beute gepolt wie in der Hauptströmung. Besonders im Herbst sammeln sich hier größere Hechte.
Unterhalb der Schleuse Marklendorf entsteht durch den Wasserfall ein tiefer Kolk mit viel Sauerstoff. Das zieht nicht nur Hechte, sondern auch Beutefische an. Hier darfst du nicht zu zart fischen – verwende schwerere Köder, die schnell auf Tiefe kommen, und experimentiere mit der Führung.
Wichtiger Hinweis: Achte auf Beschilderungen und lokale Regelungen. Manche Schleusenbereiche sind zeitweise gesperrt oder haben besondere Angelschein-Auflagen. Informiere dich vorher beim örtlichen Angelverein oder der Fischereibehörde.
Auf diesem Abschnitt finden sich mehrere kleinere Altarme, die vom Hauptstrom abgetrennt sind. Diese Bereiche haben kaum Strömung, sind oft verkrautet und bieten ideale Bedingungen für größere Hechte, die Ruhe suchen.
Hier funktionieren Oberflächenköder wie Popper oder Jerkbaits ausgezeichnet. Die Hechte stehen unter der Krautdecke, und ein laut ploppender Köder lockt sie aus ihren Verstecken. Das Erlebnis, wenn ein großer Hecht durch die Wasseroberfläche bricht und deinen Köder attackiert, ist unbezahlbar.
Die Schonzeiten und Mindestmaße variieren je nach Bundesland. Aktuelle Schonzeiten ansehen →
Buhnen sehen einfach aus, aber sie falsch zu beangeln ist der häufigste Fehler, den ich bei Anfängern sehe. Viele laufen direkt zur Spitze, werfen einmal ins Wasser und ziehen weiter zur nächsten Buhne. So verpasst du 90 Prozent der Fische.
Starte am Ufer, nicht an der Buhnenkopf-Spitze. Die Innenkurve einer Buhne – der Bereich zwischen zwei Buhnen direkt am Ufer – ist oft unterschätzt. Hier sammelt sich treibendes Material, kleine Fische suchen Schutz, und Hechte lauern genau dort. Wirf parallel zum Ufer und fische diese Zone zuerst ab.
Dann arbeitest du dich langsam vor. Gehe ein paar Meter auf die Buhne hinaus und wirf fächerförmig in verschiedene Richtungen. Decke systematisch das gesamte Kehrwasser hinter der Buhne ab – die Zone, in der die Strömung nachlässt. Mach dir klar: Ein Wurf reicht nicht. Du musst den Bereich aus verschiedenen Winkeln anwerfen, um den Hecht zu finden.
Der Buhnenkopf selbst – die äußerste Spitze – ist interessant, aber nicht der beste Platz. Hier ist die Strömung am stärksten, und Hechte stehen selten direkt an dieser Stelle. Konzentriere dich auf die 5 bis 10 Meter hinter dem Kopf, wo das Wasser ruhiger wird.
Ein wichtiger Tipp: Gib eine Buhne nicht nach drei Würfen auf. Manchmal braucht es 20, 30 oder mehr Würfe, bis ein Hecht beißt. Die Fische stehen oft tiefer oder weiter hinten im Kehrwasser, als du denkst. Ausdauer zahlt sich aus – manche Locals fischen eine einzige Buhne eine Stunde lang aus.
Beginne am Ufer zwischen zwei Buhnen. Diese Innenkurve wird oft übersehen, dabei halten sich hier gerne kleinere bis mittlere Hechte auf. Das treibende Material sammelt sich hier, Beutefische suchen Schutz, und die Raubfische folgen.
Wirf parallel zum Ufer mit einem mittelgroßen Gummifisch (12-15cm). Führe ihn langsam und lass ihn immer wieder absinken – die Absink-Phase ist oft der Auslöser für den Biss. Fische diese Zone 5 bis 10 Minuten intensiv ab, bevor du weiterziehst.
Timing ist beim Hechtangeln fast so wichtig wie die Köderauswahl. Du kannst die perfekte Montage haben und am besten Spot stehen – wenn du zur falschen Zeit am Wasser bist, fängst du trotzdem nichts. Die Aller-Hechte haben klare Aktivitätsmuster, die du kennen solltest.
Tageszeiten: Früher Morgen und späte Abend sind die Top-Zeiten. In den ersten zwei Stunden nach Sonnenaufgang und in der Abenddämmerung sind Hechte am aktivsten. Die flachen Bereiche erwärmen sich, Beutefische werden munter, und die Räuber gehen auf die Jagd. Wenn du nur eine Angelstunde hast, leg sie auf die Dämmerung.
Jahreszeiten: Herbst ist König. Von September bis Januar fängst du die meisten und größten Hechte. Die Wassertemperatur sinkt, die Fische fressen sich Reserven an, und das Hechtangeln läuft auf Hochtouren. Die ideale Wassertemperatur liegt bei etwa 18 Grad Celsius – das hast du zweimal im Jahr: im Frühjahr und im Herbst.
Im Frühjahr – März bis Mai – sind die Hechte nach der Laichzeit ausgehungert und beißfreudig. Allerdings musst du die Schonzeiten beachten, die je nach Bundesland variieren. In Niedersachsen gilt für Hechte meist eine Schonzeit von Februar bis April – informiere dich vorab.
Der Sommer kann schwierig sein. Bei Wassertemperaturen über 22 Grad werden Hechte träge und ziehen sich in schattige, tiefere Bereiche zurück. Fische dann früh morgens oder spät abends, wenn die Temperaturen erträglicher sind. Suche schattige Uferbereiche und tiefere Altarme – dort stehen die Fische jetzt.
Der Winter ist unterschätzt. Wenn die Aller nicht zugefroren ist, kannst du im Dezember und Januar fantastische Fänge machen. Die Hechte sind jetzt sehr träge, aber wenn du einen findest, ist er oft kapitaler. Führe die Köder extrem langsam – die Fische haben keine Lust auf schnelle Beute. Gummifische mit langen Pausen funktionieren jetzt am besten.
| Kriterium | Frühjahr März - Mai | Top-Saison Herbst September - November | Sommer Juni - August | Winter Dezember - Januar |
|---|---|---|---|---|
Aktivität | Hoch | Sehr hoch | Mittel | Niedrig |
Fangchancen | ||||
Kapitale Hechte | ||||
Beste Tageszeit | Morgen/Abend | Ganztags | Dämmerung | Mittag |
Wassertemperatur | 12-18°C | 15-18°C | 20-24°C | 4-8°C |
Köderführung | Mittel | Mittel-schnell | Langsam | Sehr langsam |
Hechte meiden die starke Hauptströmung und bevorzugen strömungsberuhigte Bereiche. Die besten Spots sind Buhnenfelder (5-10 Meter hinter dem Buhnenkopf im Kehrwasser), Altarme mit geringer Strömung und Verkrautung, Wehre und Schleusen unterhalb der Kolke sowie Zuflüsse wie die Meißemündung bei Hodenhagen. Konzentriere dich auf die flussab gelegene Seite von Buhnen – dort ist das Wasser am ruhigsten.
Die Top 3 Köder sind: Gummifische 12-18cm mit Jigköpfen 5-10g (Allrounder für alle Bedingungen), zweiteilige Wobbler 10-15cm (aggressiv, mit verführerischem Spiel) und Blinker ab 20g (für starke Strömung und Wind). Barsch-Dekore, grün-goldene Muster und silber-weiße Shads haben sich bewährt. Wichtig: Köder mit der Strömung führen, da Hechte mit dem Kopf gegen die Strömung stehen.
Die Top-Saison ist Herbst (September bis November), wenn die Wassertemperatur um 18°C liegt. Auch das Frühjahr (März bis Mai nach der Schonzeit) ist ausgezeichnet. Die besten Tageszeiten sind früher Morgen (erste 2 Stunden nach Sonnenaufgang) und Abenddämmerung. Im Sommer nur früh morgens oder spät abends fischen, im Winter mittags bei etwas höheren Temperaturen.
Die Aller bietet 117 Kilometer schiffbaren Abschnitt ab Celle mit fast 200 Buhnen, die eine einzigartige Strukturvielfalt schaffen. Besonders der fischreichste Abschnitt unterhalb Hülsen (70-80m Breite) ist legendär. Die Flusshechte entwickeln durch die Strömung einen kompakteren, bulligeren Körperbau und sind bei gleicher Länge schwerer als Seehechte – das macht den Drill spektakulär.
Starte am Ufer in der Innenkurve zwischen zwei Buhnen – dieser Bereich wird oft übersehen. Arbeite dich dann systematisch vor: Gehe 5-10m auf die Buhne und wirf fächerförmig ins Kehrwasser. Der Buhnenkopf selbst ist weniger interessant – konzentriere dich auf 5-10 Meter dahinter, wo die Strömung nachlässt. Die flussab gelegene Außenseite hat das ruhigste Wasser und oft die größten Hechte. Gib eine Buhne nicht nach 3 Würfen auf – manche Spots brauchen 20-30 Würfe.
Du benötigst eine Spinnrute 2,40-2,70m mit Wurfgewicht 20-60g, eine 3000er oder 4000er Stationärrolle mit feiner Frontbremse und geflochtene Schnur 0,12-0,15mm mit 8-12kg Tragkraft. Unverzichtbar sind Stahlvorfächer 30-40cm oder Fluorocarbon ab 0,60mm. Spare nicht an der Schnur – billige Geflechtschnüre kosten dich Wurfweite und nerven durch Perücken.
Ja, die Regelungen variieren je nach Bundesland. In Niedersachsen gilt für Hechte typischerweise eine Schonzeit von Februar bis April während der Laichzeit. Das Mindestmaß liegt meist bei 45-50cm, kann aber gewässerspezifisch abweichen. Prüfe vor jedem Angelausflug die aktuell geltenden Regelungen bei deinem Angelverein oder der Fischereibehörde. Beachte auch lokale Besonderheiten bei Wehren und Schleusen.
Flusshechte entwickeln durch die ständige Strömung einen kompakteren, bulligeren Körperbau. Sie sind bei gleicher Länge deutlich schwerer als Seehechte und kämpfen im Drill härter. Ein 80cm-Aller-Hecht kann das Gewicht und die Kraft eines 90cm-Seehechts haben. Die Strömungsanpassung macht sie zu echten Kraftpaketen – und genau das macht das Angeln an der Aller so spannend.
Auch nach Jahren am Wasser sehe ich immer wieder die gleichen Fehler. Wenn du diese fünf klassischen Patzer vermeidest, sparst du dir viel Frustration und fängst mehr Fische.
Fehler 1: Zu leichte Köder. Die Aller ist ein Fluss, keine Pfütze. Wenn dein Gummifisch nur 3 Gramm wiegt oder der Blinker keine 20 Gramm auf die Waage bringt, kommst du gegen die Strömung nicht an. Der Köder treibt unkontrolliert ab, du verlierst den Kontakt, und die Hechte ignorieren ihn. Verwende mindestens 5-10 Gramm bei Jigköpfen und 20-30 Gramm bei Blinkern.
Fehler 2: Zu früh aufgeben. Du wirfst dreimal, fängst nichts und ziehst weiter? Großer Fehler. Manche Buhnen brauchen 20, 30 oder mehr Würfe, bis ein Hecht beißt. Die Fische stehen nicht immer aktiv – manchmal musst du sie erst provozieren. Gib einem Spot mindestens 15 Minuten Zeit, bevor du weiterwanderst.
Fehler 3: Falscher Anhieb. Hechte haben ein hartes Maul, und wenn du zu zaghaft anschlägst, sitzt der Haken nicht. Sobald du den Biss spürst, zieh die Rute kraftvoll nach oben. Kein vorsichtiges Zupfen – ein richtiger, fester Anhieb. Das Stahlvorfach und die geflochtene Schnur verzeihen das, und der Haken dringt durch.
Fehler 4: Kein Stahlvorfach. Ich weiß, manche schwören auf Fluorocarbon, weil es unauffälliger ist. Aber wenn du gerade erst anfängst oder an einem Tag mit vielen Fehlbissen, nimm Stahl. Die scharfen Hechtzähne durchtrennen normales Fluorocarbon in Sekunden, und der Fisch schwimmt mit deinem teuren Wobbler davon. Stahl hält stand.
Fehler 5: Gegen die Strömung führen. Hechte stehen mit dem Kopf gegen die Strömung. Wenn du deinen Köder von hinten an sie heranführst, wirkt das unnatürlich. Wirf flussaufwärts und lass den Köder mit der Strömung zurückkommen – so sieht er aus wie eine schwimmende Beute, und der Hecht schnappt zu.
Gummifische unter 5g und Blinker unter 20g verlieren in der Strömung die Kontrolle. Verwende mindestens 5-10g bei Jigs und 20-30g bei Blinkern.
Drei Würfe reichen nicht. Manche Buhnen brauchen 20-30 Würfe, bis ein Hecht beißt. Gib einem Spot mindestens 15 Minuten Zeit.
Hechte haben harte Mäuler. Sobald du den Biss spürst, zieh die Rute kraftvoll nach oben – kein vorsichtiges Zupfen, sondern ein fester Anhieb.
Die scharfen Hechtzähne durchtrennen Fluorocarbon in Sekunden. Besonders als Anfänger solltest du auf robuste Stahlvorfächer 30-40cm setzen.
Hechte stehen mit dem Kopf gegen die Strömung. Wirf flussaufwärts und lass den Köder mit der Strömung zurückkommen – das wirkt natürlicher.
Wichtiger Hinweis: Fischereigesetze und Bestimmungen können sich ändern und variieren je nach Bundesland und Gewässer. Informiere dich vor jedem Angelausflug über die aktuell geltenden Regelungen beim örtlichen Angelverein oder der Fischereibehörde.
Die Aller ist kein See, in dem du blind Köder ins Wasser wirfst und auf Glück hoffst. Dieser Fluss hat Charakter, Struktur und einen Hechtbestand, der seinesgleichen sucht. Die fast 200 Buhnen zwischen Celle und Verden schaffen ein Labyrinth aus Kehrwasser-Zonen, Strömungskanten und perfekten Hechtständen.
Was die Aller besonders macht: Die Hechte sind bullig, kampfstark und anspruchsvoll. Sie stehen nicht einfach irgendwo – sie nutzen die Strukturen intelligent, meiden die Hauptströmung und lauern dort, wo die Energie-Bilanz stimmt. Als Angler musst du systematisch vorgehen: Die Innenkurven abfischen, das Kehrwasser durchkämmen, die flussab gelegenen Buhnen-Außenseiten nicht vergessen.
Die richtige Köderauswahl macht den Unterschied. Gummifische 12-18cm mit passenden Jigköpfen (5-10g je nach Strömung), zweiteilige Wobbler für aggressive Phasen und Blinker ab 20g für Wind und starke Strömung. Führe deine Köder mit der Strömung, denn Hechte stehen mit dem Kopf dagegen.
Timing ist entscheidend: Herbst ist die Top-Saison (September bis November), wenn die Wassertemperatur um 18°C liegt. Früher Morgen und Abenddämmerung sind die besten Tageszeiten – in diesen Stunden passiert mehr als im Rest des Tages zusammen.
Drei Dinge, die du mitnehmen solltest:
Die Aller bietet dir etwas, das nicht viele Gewässer können: Eine Kombination aus Struktur, Fischbestand und Zugänglichkeit. Du brauchst kein Boot, keine Elite-Ausrüstung, keine Geheimtipps von Insidern. Du brauchst Ausdauer, die richtigen Köder und die Bereitschaft, dich auf den Fluss einzulassen.
Wenn du das nächste Mal an einer Buhne stehst, die Strömung rauschen hörst und deinen Gummifisch ins Kehrwasser wirfst – dann weißt du: Irgendwo in diesem Wasser lauert ein bulliger Flusshecht. Und mit jedem Wurf kommst du ihm näher.
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