Kapitaler Zander auf Schnee neben Spinnrute im Winter

Zanderangeln an der Aller

Fast 200 Buhnenfelder, eine legendäre Schleuse und kapitale Stachelritter – die Aller ist ein Zander-Paradies. Hier erfährst du, wo du sie findest und wie du sie überlistest.

Warum die Aller ein Zander-Hotspot ist

Wenn du an der Aller stehst und über die zahlreichen Steinbuhnen blickst, weißt du: Hier lauern kapitale Zander. Unterhalb von Hülsen beginnt der fischreichste Abschnitt des Flusses – mit einer Breite von 70-80 Metern und fast 200 Buhnen, die sich wie eine Perlenkette durch die Landschaft ziehen.

Diese Buhnenfelder sind nicht nur schön anzusehen, sondern absolute Hot Spots fürs Zanderangeln. In den strömungsberuhigten Bereichen zwischen den Buhnen sammeln sich Futterfische, und wo Futter ist, sind auch die Räuber nicht weit. Die Aller gehört zur Region 5 (Aller/Oker) der Verbandsgewässer des Anglerverbandes Niedersachsen und gilt als eines der besten Zandergewässer in Norddeutschland.

Die Kombination aus Strömung, Strukturen und guten Beständen macht die Aller zum idealen Revier für Spinnfischer. Neben Zandern tummeln sich hier auch Rapfen, Barsche, Hechte und Aale – aber der Zander ist der heimliche König dieses Flusses.

Die Buhnenfelder: Wo du Zander findest

Fast 200 Buhnen unterhalb von Hülsen – das klingt nach viel Arbeit, aber genau darin liegt der Reiz. Jede Buhne ist ein potenzieller Hotspot, und wer die Strömungskanten und Strukturen lesen kann, findet die Zander.

Die Buhnenköpfe sind besonders vielversprechend. Hier trifft die Hauptströmung auf ruhigeres Wasser, es entstehen Wirbel und Kehrwasser – perfekte Unterstände für Zander. Tagsüber halten sich die Stachelritter meist in den tieferen Bereichen zwischen den Buhnen auf. Nachts kommen sie bis dicht ans Ufer, um zu jagen.

Eine Besonderheit der Aller: Die Buhnenfelder sind unterschiedlich tief. Während manche nur 2-3 Meter tief sind, kannst du an anderen Stellen Tiefen von 5-6 Metern finden. Diese Tiefenunterschiede sind goldwert beim Jiggen – hier stehen oft die kapitalen Fische.

Die Schleuse bei Marklendorf ist eine der besten Angelstellen der Aller. Hier kommen Strömung, Strukturen und Tiefenunterschiede zusammen – ein Magnet für kapitale Zander. Besonders in der Dämmerung ist dieser Spot einen Versuch wert.

Die richtige Köderführung: Faulenzen vs. Jiggen

An der Aller hast du die Wahl zwischen zwei bewährten Köderführungen: der Faulenzermethode und dem aggressiven Jiggen. Beide funktionieren, aber jede hat ihre Vorzüge.

Faulenzermethode: Der Klassiker

Die Faulenzermethode ist die beliebteste Köderführung fürs Zanderangeln im Fluss. Du machst 2-3 schnelle Kurbelumdrehungen, lässt den Gummifisch dann absinken und wiederholst das Ganze. Der Köder hüpft flach über den Grund und ahmt einen flüchtenden Beutefisch nach.

Die meisten Bisse kommen in der Absinkphase. Du spürst oft nur einen leichten Ruck oder die Schnur wird schlaff – das ist dein Zeichen zum Anschlag. An der Aller mit ihrer moderaten Strömung funktioniert die Faulenzermethode besonders gut, weil der Köder nicht zu schnell abgetrieben wird.

Jiggen: Die aggressive Variante

Beim Jiggen führst du den Köder mit kräftigen Rutenhüben – du lupfst ihn regelrecht über den Grund. Nach jedem Anhub lässt du den Köder wieder absinken. Diese Methode ist aggressiver und provoziert oft Bisse von aktiven Zandern.

An den Buhnenköpfen der Aller ist Jiggen erste Wahl. Hier kannst du gezielt die Strömungskanten absuchen und den Köder exakt dort platzieren, wo die Zander lauern. Der Vorteil: Du arbeitest mit der Strömung, nicht gegen sie.

Tipp: An ruhigeren Tagen mit wenig Bissen kannst du zwischen den Methoden wechseln. Manchmal wollen die Zander sanft verführt werden, manchmal brauchen sie einen aggressiven Reiz.

Köderauswahl: Gummifische und Jiggewichte

Im Fluss mit Strömung brauchst du schwere Jigköpfe zwischen 14-21g, um Grundkontakt zu halten. Das Gewicht sollte so gewählt sein, dass der Köder in 2-3 Sekunden absinkt – das ist beim Zanderangeln das A und O.

Bei der Ködergröße gilt: 10-12cm sind Standard, im Sommer auch 14-15cm. Größere Köder selektieren kapitale Fische, während kleinere Modelle auch bei zögerlichen Zandern funktionieren.

Farben: Was funktioniert im trüben Wasser?

Die Aller hat oft eine leichte Trübung – ideal für grelle Farben wie Chartreuse, Orange oder Motoroil. Diese Töne sorgen für maximale Sichtbarkeit und werden von Zandern aus größerer Entfernung wahrgenommen.

Nachts sind dunkle Farben mit gutem Kontrast ideal – Schwarz, Dunkelviolett oder Braun. Die Zander sehen den Köder als Silhouette gegen den Nachthimmel und attackieren ohne zu zögern.

Köder-Checkliste für die Aller

Gummifische 10-12cm in Chartreuse und Orange

Gummifische 14-15cm in Motoroil für große Zander

Dunkle Köder (Schwarz, Violett) für die Nacht

Jigköpfe 14g, 17g, 21g für verschiedene Strömungen

Ersatzhaken und Sprengring-Zange

Tote Köderfische für Posenmontage

Nachtangeln: Wenn die Zander aktiv werden

Zander sind dämmerungs- und nachtaktiv – das ist kein Geheimnis. Aber an der Aller erlebt dieses Phänomen eine besondere Dimension. Wenn die Sonne hinter den Buhnen verschwindet und die ersten Schatten über das Wasser gleiten, beginnt die beste Phase des Tages.

Nachts verlassen die Zander ihre tiefen Ruheplätze zwischen den Buhnen und kommen zum Jagen bis dicht ans Ufer. Plötzlich sind flache Bereiche mit 1-2 Metern Tiefe hochattraktiv – tagsüber würdest du dort nicht einmal die Rute auswerfen.

Beleuchtete Stellen: Magnet für Futterfische

Künstlich beleuchtete Stellen – etwa an Brücken oder Schleusen – gehören zu den absoluten Hotspots beim Nachtangeln. Im Scheinwerferlicht sammeln sich Rotaugen, Brassen und andere Kleinfische, die vom Licht angezogen werden. Und wo sich Futterfische sammeln, sind Zander nicht weit.

Die Schleuse Marklendorf ist nachts ein erstklassiger Spot. Hier kommen Beleuchtung, Strömung und Strukturen zusammen – eine unwiderstehliche Kombination für kapitale Zander.

Köderführung nachts: Langsam und kontrastreich

Nachts funktioniert die Faulenzermethode noch besser als tagsüber. Führe den Köder langsam und mit längeren Pausen – die Zander haben nachts Zeit und nehmen sich den Köder in Ruhe vor. Verwende dunkle Farben mit gutem Kontrast, damit die Fische den Köder als Silhouette erkennen.

Wichtig: Informiere dich vorab, ob Nachtangeln an deiner Stelle erlaubt ist. An manchen Gewässerabschnitten gibt es Einschränkungen. Außerdem gilt in Deutschland: Die Verwendung lebender Köderfische ist nach dem Tierschutzgesetz verboten – verwende ausschließlich tote Köderfische.

Beste Jahreszeit: Wann beißen Zander an der Aller?

Die beste Jahreszeit fürs Zanderangeln ist der Herbst. Wenn die Temperaturen sinken und der Sauerstoffgehalt im Wasser steigt, werden Zander besonders aktiv und beißfreudig. Von September bis November hast du an der Aller die besten Chancen auf kapitale Fische.

Aber auch das Frühjahr ist vielversprechend. Nach der Schonzeit sind die Zander hungrig und auf der Suche nach Futter. In den Buhnenfeldern unterhalb von Hülsen kannst du im April und Mai mit guten Fängen rechnen.

Sommer: Die schwierige Phase

Im Sommer wird es knifflig. Bei Niedrigwasser und hohen Temperaturen ziehen sich die Zander in die Strommitte zurück, wo es tiefer und kühler ist. Die Buhnenfelder sind dann weniger produktiv – du musst gezielt die tiefen Rinnen und Löcher absuchen.

Eine Alternative im Sommer: Tote Köderfische an der Treibpose. Lass den Köder mit der Strömung durch die tiefen Bereiche treiben – eine passive Methode, die an heißen Tagen oft besser funktioniert als aktives Spinnfischen.

Jahreszeiten-Guide: Zanderangeln an der Aller

Frühjahr (März – Mai)

Nach der Schonzeit sind die Zander hungrig und aktiv. Die Buhnenfelder sind jetzt hochproduktiv.

Beste Spots:

  • Buhnenköpfe: Hier sammeln sich die ersten Futterfische
  • Schleuse Marklendorf: Top-Spot im Frühjahr
  • Flache Bereiche: 2-3 Meter Tiefe erwärmen sich schneller

Köderführung:

Langsame Faulenzermethode mit mittleren Jiggewichten (14-17g). Die Zander sind noch nicht topfit – sanfte Köderführung ist jetzt ideal.

Die Schonzeiten für Zander variieren je nach Bundesland. Aktuelle Schonzeiten ansehen →

Alternative Methode: Toter Köderfisch an der Pose

Das Spinnfischen mit Gummifisch ist die beliebteste Methode an der Aller – aber nicht die einzige. Eine bewährte Alternative ist der tote Köderfisch an der Treibpose, besonders an Buhnenköpfen und in der Strömung.

Du lässt einen 8-12cm langen toten Köderfisch (Rotauge, Laube oder kleiner Barsch) mit der Strömung durch die Buhnenfelder treiben. Die Pose hält den Köder auf der gewünschten Tiefe – meist 50-100cm über dem Grund.

Der Vorteil: Du musst nicht ständig werfen und kurbeln. Die Strömung arbeitet für dich und präsentiert den Köder natürlich. An heißen Sommertagen, wenn die Zander beißfaul sind, kann diese passive Methode erfolgreicher sein als aktives Jiggen.

Schleuse Marklendorf: Der Top-Spot

Die Schleuse bei Marklendorf ist einer der bekanntesten Zander-Spots an der Aller – und das aus gutem Grund. Hier kommen alle Faktoren zusammen, die Zander lieben: Strömung, Strukturen, Tiefenunterschiede und Futterfische.

Besonders in der Dämmerung und nachts ist die Schleuse hochproduktiv. Das Licht der Schleuse zieht Kleinfische an, und die Zander folgen ihnen. Du kannst hier sowohl mit Gummifisch als auch mit totem Köderfisch erfolgreich sein.

Tipp: Fische die Bereiche direkt unterhalb der Schleuse ab – hier ist die Strömung am stärksten und die Zander lauern auf vorbeitreibende Beute.

Tackle-Empfehlungen für die Aller

Die richtige Ausrüstung macht den Unterschied. An der Aller mit ihrer moderaten Strömung brauchst du keine Spezial-Ruten – eine solide Spinnrute mit 2,40-2,70m Länge und 10-40g Wurfgewicht ist ideal.

Rute und Rolle

Wähle eine Rute mit mittlerer Aktion – sie sollte genug Rückgrat haben, um schwere Jigköpfe zu werfen, aber auch sensibel genug sein, um vorsichtige Bisse zu erkennen. Eine gute Stationärrolle in der 3000er- oder 4000er-Größe passt perfekt.

Die Bremse sollte fein justierbar sein – das verhindert Schnurbruch beim Drill kapitaler Fische. Zander kämpfen hart, besonders in der Strömung.

Schnur und Vorfach

Eine Geflochtene in 0,10-0,13mm ist ideal. Sie hat keine Dehnung, du spürst jeden Biss direkt und kannst auch auf Distanz sauber anschlagen. Spare nicht an der Schnur – billige Geflechtschnüre haben oft ungleichmäßige Durchmesser und das kostet Wurfweite.

Als Vorfach reicht Fluorocarbon mit 0,30-0,35mm völlig aus. Zander sind zwar Raubfische, aber keine Hechte – ein Stahlvorfach ist unnötig und verscheucht eher Fische.

Tackle-Checkliste

Spinnrute 2,40-2,70m, 10-40g Wurfgewicht

Mittlere Aktion für sensible Bissanzeige und genug Power im Drill

Stationärrolle 3000-4000er Größe

Fein justierbare Bremse und gute Schnurverlegung

Geflochtene Schnur 0,10-0,13mm

Keine Dehnung für direkten Köderkontakt

Fluorocarbon-Vorfach 0,30-0,35mm, 1-1,5m

Unsichtbar im Wasser und abriebfest

Kescher mit großem Bügel

Für sichere Landung kapitaler Zander

Stirnlampe für Nachtangeln

Hände bleiben frei beim Köderwechsel

Häufige Fragen zum Zanderangeln an der Aller

Die Faulenzermethode ist am beliebtesten: Mit 2-3 schnellen Kurbelumdrehungen hebt der Gummifisch ab und hüpft flach über den Grund. Lass ihn dann 2-3 Sekunden absinken und wiederhole das Ganze. Die meisten Bisse kommen in der Absinkphase.

Eine aggressivere Alternative ist das Jiggen – hier lupfst du den Köder mit kräftigen Rutenhüben über den Grund. Diese Methode funktioniert besonders gut an Buhnenköpfen und Strömungskanten.

Zander bevorzugen die zahlreichen Buhnenfelder unterhalb von Hülsen. Buhnenköpfe, Strömungskanten und die Schleuse Marklendorf sind Top-Spots. Tagsüber halten sich Zander meist in den tieferen Bereichen (4-6 Meter) zwischen den Buhnen auf, nachts kommen sie bis dicht ans Ufer.

Im Fluss mit Strömung bewähren sich Jigköpfe zwischen 14-21g. Das Gewicht sollte so gewählt sein, dass der Köder in 2-3 Sekunden absinkt – das ist beim Zanderangeln das A und O. Bei starker Strömung oder in tieferen Bereichen greifst du zu 21g, in ruhigeren Buhnenfeldern reichen 14-17g.

Der Herbst (September bis November) ist die beste Jahreszeit. Sinkende Temperaturen und hoher Sauerstoffgehalt machen Zander besonders aktiv.

Die beste Tageszeit ist die Abenddämmerung bis in die Nacht. Im Frühjahr beißen Zander ebenfalls gut, im Sommer sind sie tagsüber schwer zu fangen und ziehen sich in die Strommitte zurück.

Gummifische in 10-12cm Länge sind Standard, im Sommer funktionieren auch größere Modelle mit 14-15cm. Bei trübem Wasser funktionieren grelle Farben wie Chartreuse, Orange oder Motoroil gut. Nachts sind dunkle Farben (Schwarz, Dunkelviolett) mit gutem Kontrast ideal – die Zander sehen den Köder als Silhouette.

Ja, für die Aller brauchst du eine gültige Angelkarte. Die meisten Abschnitte gehören zum Anglerverband Niedersachsen (AVN) – Mitglieder können an den Verbandsgewässern angeln. Alternativ gibt es Tages- und Wochenkarten bei lokalen Vereinen und Angelgeschäften.

Wichtig: Du benötigst zusätzlich einen gültigen Fischereischein. Informiere dich vor Ort über eventuelle Sonderregelungen.

Ja, toter Köderfisch an der Treibpose ist eine bewährte Alternative zum Spinnfischen – besonders an Buhnenköpfen. Du lässt einen 8-12cm langen toten Köderfisch (Rotauge, Laube) mit der Strömung durch die Buhnenfelder treiben. An heißen Sommertagen, wenn Zander beißfaul sind, kann diese passive Methode erfolgreicher sein als aktives Jiggen.

Neben Zandern gibt es an der Aller einen guten Bestand an Rapfen, Barschen, Hechten und Aalen. Beim Spinnfischen mit Gummifisch kannst du jederzeit mit Hecht- oder Barsch-Beifängen rechnen. An ruhigeren Stellen findest du auch Weißfische wie Brassen, Rotaugen und Güstern – die Aller ist ein vielseitiges Gewässer.

Fazit: Die Aller – ein Zander-Paradies

Die Aller ist mehr als nur ein Fluss – sie ist ein Zander-Hotspot mit fast 200 Buhnenfeldern, einer legendären Schleuse und kapitalen Stachelrittern, die nur darauf warten, deinen Köder zu attackieren. Ob Faulenzermethode, aggressives Jiggen oder passive Posenmontage – an der Aller funktionieren alle Methoden, wenn du zur richtigen Zeit am richtigen Ort bist.

Was die Aller so besonders macht: Die Kombination aus Strukturen, Strömung und guten Beständen. Jede Buhne ist ein potenzieller Hotspot, jede Strömungskante ein Versteck für kapitale Fische. Wer die Buhnenköpfe abfischt, die Tiefen kennt und nachts zur Dämmerung am Wasser steht, hat beste Chancen auf den Fang seines Lebens.

Merk dir diese drei Punkte:

  • Herbst ist King: September bis November ist die beste Jahreszeit fürs Zanderangeln
  • Buhnenfelder abfischen: Fast 200 Buhnen unterhalb von Hülsen – jede kann kapitale Fische bringen
  • Dämmerung nutzen: Wenn die Sonne hinter den Buhnen verschwindet, beginnt die Zander-Zeit

Die Aller verzeiht Fehler nicht – aber sie belohnt Geduld, Beobachtungsgabe und den Mut, auch nachts am Wasser zu stehen. Pack deine Spinnrute, schnapp dir eine Handvoll Gummifische und mach dich auf den Weg zu den Buhnenfeldern. Die Zander warten.