Weiter Blick über den Arendsee mit Boot und Angler beim Hechtangeln im Morgenlicht

Hecht am Arendsee

Kapitale Räuber jagen in Deutschlands viertgrößtem See – zwischen Schilfkanten und Tiefwasser wartet der Fang deines Lebens

Wenn ein Arendsee-Hecht einsteigt

Wenn dein Gummifisch in 6 Meter Tiefe durch die Kante gleitet und plötzlich der Ruck kommt – dann weißt du: Das ist kein normaler Hecht. Die Räuber des Arendsees sind anders. Größer. Kräftiger. Sie jagen nicht nur am Ufer wie in flachen Seen, sondern folgen den Maränenschwärmen durchs Freiwasser, patrollieren in Tiefen die anderswo schon der Grund wären, und stehen an Kanten die du nur mit dem Echolot findest.

Der Arendsee ist mit bis zu 50 Meter Tiefe Deutschlands viertgrößter natürlicher See – und für Hechtangler eine Liga für sich. 514 Hektar Wasserfläche, 3,2 Kilometer lang, durchschnittlich 29 Meter tief. Hier brauchst du mehr als nur eine Spinnrute und Glück. Hier brauchst du Strategie, Gewässerkenntnis und die richtige Ausrüstung. Aber wenn du weißt wo und wie, dann wartet hier der Fisch deines Lebens.

Dieser Guide zeigt dir, wie du die kapitalen Hechte des Arendsees findest und fängst. Von den besten Stellen über die richtige Technik bis zur Köderwahl – hier erfährst du alles, was du wissen musst.

Der Arendsee – Ein See der Extreme

Der Arendsee liegt in der Altmark in Sachsen-Anhalt und ist geologisch eine Rarität: ein natürlicher Einsturzsee, entstanden durch den Kollaps unterirdischer Salzstöcke. Was das für dich als Angler bedeutet? Ein See mit extremem Tiefenprofil, steilen Kanten und einem Fischbestand der sich komplett anders verhält als in flachen Gewässern.

Die Dimensionen: 514 Hektar Fläche, 3,2 Kilometer lang, 2 Kilometer breit. Die maximale Tiefe liegt bei 50 bis 52 Metern – tiefer als die meisten Talsperren. Die mittlere Tiefe beträgt 29 Meter. Das bedeutet: Der Großteil des Sees ist für klassisches Uferangeln zu tief. Du brauchst ein Boot mit Elektromotor und ein Echolot, um hier erfolgreich zu sein.

Der Fischbestand: Der Arendsee ist hocheutrophiert – nährstoffreich – und beherbergt einen ausgezeichneten Bestand an Hecht, Barsch, Aal, Karpfen, Brachse, Maräne, Rotauge, Rotfeder, Schleie und Ukelei. Für dich als Hechtangler besonders interessant: Die großen Hechte folgen den Maränenschwärmen im Freiwasser. Das ist in Deutschland extrem selten und macht den Arendsee zu einem einzigartigen Revier.

Gut zu wissen: Der Arendsee ist ein öffentliches Gewässer. Angelkarten erhältst du bei der Tourist-Info Arendsee (Töbelmannstr. 1, Tel: 039384 27164) oder bei der Fischerei Kagel am Maränenhof. Mitglieder des LAV Sachsen-Anhalt bekommen vergünstigte Karten.

Die besten Hechtspots am Arendsee

Der Arendsee ist groß und tief – und genau das macht die Stellenwahl zur Herausforderung. Hechte verteilen sich hier nicht gleichmäßig, sondern konzentrieren sich an wenigen neuralgischen Punkten. Wenn du diese Hotspots kennst, steigen deine Chancen auf kapitale Fische massiv.

Die Tiefenkanten: 7 auf 12 Meter

Die absoluten Top-Spots am Arendsee sind die Kanten, an denen der Grund von 7 auf 12 Meter abfällt. Diese Strukturen liegen typischerweise 50 bis 100 Meter vom Ufer entfernt und ziehen Hechte magisch an. Warum? Weil hier drei Faktoren zusammenkommen: Deckung durch den Tiefenübergang, Beutefische die entlang der Kante ziehen, und schneller Zugang zu tiefem Wasser wenn es warm wird.

Du findest diese Kanten mit einem Echolot. Fahre langsam vom Ufer weg und beobachte die Tiefenkurve. Sobald sie von 7 auf 12 Meter abfällt, markiere die Stelle im GPS oder wirf eine Boje. Dann befischst du diese Kante systematisch – parallel zur Kante schleppend oder mit gezielten Würfen quer zur Tiefenlinie.

Pro-Tipp: Taucher berichten, dass sich an diesen Abbruchkanten besonders viele Fische aufhalten. Die Kanten funktionieren das ganze Jahr über – im Frühjahr stehen Hechte flacher (obere Kante), im Sommer und Herbst tiefer (untere Kante).

Nordufer: Schilfgürtel und Flachwasser

Während am Süd- und Westufer Strandbäder und Infrastruktur dominieren, ist das Nordufer ruhig und naturbelassen. Hier findest du ausgedehnte Flachwasserbereiche mit Schilfgürteln – klassische Hechtreviere, besonders im Frühjahr nach der Schonzeit.

Die Schilfkante befischst du am besten von der Seeseite aus. Positioniere dein Boot 20 bis 30 Meter vor dem Schilf und wirf deine Gummifische oder Wobbler parallel zur Kante. Die Hechte stehen oft direkt am Übergang zwischen Schilf und freiem Wasser und lauern auf vorbeiziehende Beute.

Wichtig: Das Nordufer ist nicht nur fischreich, sondern auch deutlich weniger frequentiert als das touristische Südufer. Du angelst hier ungestört – ein Vorteil der gerade beim sensiblen Hechtangeln nicht zu unterschätzen ist.

Freiwasser: Den Maränenschwärmen folgen

Das Besondere am Arendsee: Die großen Hechte folgen den Maränenschwärmen durchs Freiwasser. Das ist hochgradig ungewöhnlich und macht den See zu einem einzigartigen Hechtrevier. Während Hechte in flachen Seen fast ausschließlich strukturgebunden leben, jagen sie hier aktiv im offenen Wasser – ähnlich wie Zander.

Mit dem Echolot kannst du diese Maränenschwärme orten. Sie erscheinen als dichte Wolken in Tiefen zwischen 4 und 8 Metern. Hält sich ein Schwarm länger an einer Stelle auf, sind Hechte meist nicht weit. Schlepp deine Köder in der gleichen Tiefe wie die Maränen – die Hechte stehen oft direkt darunter oder seitlich versetzt.

Strategie: Fahre mit dem Elektromotor langsam über den See (1,5 bis 2,5 km/h) und beobachte das Echolot. Sobald du Maränenschwärme und größere Einzelsicheln (Hechte) siehst, bleib in diesem Bereich und schlepp systematisch verschiedene Tiefen ab.

Die Windrichtung am Arendsee ist entscheidend! An dem Ufer auf das der Wind steht, sammelt sich Nahrung für Kleinfische – und damit auch Hechte. Bei starkem Westwind also das Ostufer befischen, bei Ostwind das Westufer.

Boot und Echolot – Unverzichtbar am Arendsee

Am Arendsee kommst du ohne Boot nicht weit. Zwar gibt es einige Uferstellen die befischbar sind, aber die wirklich guten Spots – die Tiefenkanten, das Freiwasser, die Außenkanten der Schilfgürtel – erreichst du nur vom Wasser aus.

Boot mieten: Wenn du kein eigenes Boot hast, kein Problem. Im örtlichen Angelladen kannst du Boote mit Elektromotor mieten. Das ist die einfachste Lösung und funktioniert sehr gut. Wichtig zu wissen: Benzinmotoren sind am Arendsee verboten – du darfst nur mit Elektromotor oder Rudern fahren.

Echolot: Ein Echolot ist am Arendsee kein Luxus, sondern Notwendigkeit. Die extremen Tiefen und die Größe des Sees machen es unmöglich, Strukturen und Fischstandplätze blind zu finden. Mit einem einfachen Echolot siehst du Tiefenverläufe, Kanten, Maränenschwärme und mit etwas Glück auch die großen Sicheln der Hechte.

Du brauchst kein High-End-Gerät. Ein Mittelklasse-Echolot mit Side-Imaging reicht völlig. Wichtig ist, dass du lernst, die Anzeige zu lesen: Harte Böden (Kanten) erscheinen als klare Linie, Fische als Sicheln, Schwärme als Wolken. Übe das Ablesen an bekannten Stellen – nach ein paar Stunden entwickelst du ein Gefühl dafür.

GPS-Funktion: Moderne Echolote haben eine GPS-Funktion mit der du Hotspots markieren kannst. Nutze das! Wenn du eine produktive Kante oder einen guten Freiwasser-Spot gefunden hast, speichere die Position. Der Arendsee ist riesig – ohne Markierungen findest du die Stelle beim nächsten Mal nicht wieder.

Die richtige Angeltechnik

Der Arendsee erfordert Flexibilität. Je nach Jahreszeit, Wetter und Fischverhalten musst du zwischen verschiedenen Techniken wechseln. Die drei wichtigsten Methoden: Spinnfischen, Schleppangeln und vertikales Jiggen.

Spinnfischen an Kanten und Schilf

Das klassische Spinnfischen vom verankerten oder driftenden Boot ist am Arendsee die Standardmethode. Du wirfst gezielt Strukturen an – Kanten, Schilfkanten, Krautfelder – und führst deinen Köder aktiv.

Köderführung im Mittelwasser: Besonders erfolgreich ist die Führung in 4 bis 6 Meter Tiefe. Hechte halten sich am Arendsee oft in diesem Tiefenbereich auf – oberhalb der Sprungschicht im Sommer, in der aktiven Zone im Frühjahr und Herbst. Gummifische und Wobbler führst du mit mittlerer Geschwindigkeit, gelegentlichen Stopps und leichten Zupfern. Die Pausen sind wichtig – viele Bisse kommen genau dann.

Fangtechnik entlang der Kanten: Wenn du eine Tiefenkante gefunden hast, verankerst du dein Boot parallel zur Kante in etwa 30 Meter Abstand. Dann wirfst du quer zur Kante – vom Flachwasser ins Tiefe oder umgekehrt. Beim Einholen führst du den Köder über die Kante – genau dort wo die Hechte stehen. Systematisch die Kante abfischen: Wurf, drei Meter Boot versetzen, nächster Wurf.

Schleppangeln im Freiwasser

Wenn Hechte den Maränenschwärmen folgen, ist Schleppangeln die effektivste Methode. Du schleppst einen oder mehrere Wobbler hinter dem langsam fahrenden Boot – idealerweise in der Tiefe wo du Maränen geortet hast.

Geschwindigkeit und Tiefe: Fahre mit 1,5 bis 2,5 km/h – langsam genug dass der Wobbler verführerisch spielt, schnell genug dass er auf Tiefe kommt. Im warmen Halbjahr (Mai bis September) ist der Bereich 3 bis 6 Meter optimal. Im Spätherbst und Winter schlepp tiefer – 8 bis 15 Meter. Nutze Tauchwobbler oder normale Wobbler mit Vorschaltblei (50 bis 100 Gramm je nach Tiefe).

Wichtig: Hechte jagen bevorzugt nach oben – ihre Augen sind nach oben gerichtet. Schlepp daher immer etwas oberhalb der vermuteten Hechttiefe, niemals zu tief. Bleib oberhalb der Sprungschicht, die sich im Sommer bei etwa 8 bis 10 Meter ausbildet.

Vertikales Jiggen an Hotspots

Wenn du mit dem Echolot einen konkreten Hotspot geortet hast – eine Kante mit Fischsicheln, einen Maränenschwarm mit großen Einzelsicheln darunter – dann ist vertikales Jiggen extrem effektiv. Du verankerst das Boot exakt über der Stelle und angelst senkrecht nach unten.

Technik: Verwende einen schweren Jigkopf (20 bis 40 Gramm je nach Tiefe und Drift) mit großem Gummifisch. Lass ihn auf die Zieltiefe sinken, dann aggressive Sprünge von 50 bis 80 Zentimeter mit Pausen dazwischen. Die Bisse kommen meist in der Sinkphase – du spürst plötzlich Gewicht oder die Schnur wird slack. Sofort Anhieb!

Diese Methode ist sehr präzise und funktioniert besonders gut wenn Hechte träge sind – bei kaltem Wasser oder Hochdruckwetter. Du präsentierst den Köder direkt vor ihrer Nase.

Techniken im Vergleich

Aspekt
Spinnfischen
Klassisch
Schleppangeln
Freiwasser
Vertikales Jiggen
Präzise
Beste Jahreszeit
Frühjahr, HerbstSommerGanzjährig
Zielfische
Strukturgebundene HechteFreiwasser-HechteStandplatz-Hechte
Echolot nötig
Anfängerfreundlich
Aktionsreichtum
HochNiedrigMittel

Die besten Köder für Arendsee-Hechte

Die Köderwahl am Arendsee unterscheidet sich von flachen Seen. Du brauchst Köder die auf Tiefe kommen, groß genug für kapitale Fische sind, und sich im Freiwasser genauso gut präsentieren lassen wie an Strukturen.

Gummifische – Der Allrounder

Gummifische sind am Arendsee die Nummer eins. Sie kommen schnell auf Tiefe, lassen sich präzise führen, und du kannst durch verschiedene Jigköpfe die Lauftiefe perfekt anpassen.

Größe und Farbe: Minimum 8 Zentimeter, besser 10 bis 13 Zentimeter. Die Hechte am Arendsee sind groß und fressen gerne große Happen. Bei Farben gilt: Trübes Wasser = hell und auffällig (Chartreuse, Orange, Weiß), klares Wasser = natürlich (Silber mit Streifen, Motoroil, Brauntöne). Silber mit roten oder schwarzen Streifen funktioniert fast immer.

Jigkopf-Gewicht: Für 4 bis 6 Meter Tiefe reichen 15 bis 25 Gramm. Für tieferes Wasser (8 bis 12 Meter) 30 bis 40 Gramm. Bei Wind und Strömung entsprechend schwerer. Der Gummifisch soll zügig auf Tiefe kommen, aber nicht wie ein Stein fallen.

Wobbler – Für Schleppangeln und Krautfelder

Tauchwobbler in 10 bis 15 Zentimeter Länge sind ideal zum Schleppen im Freiwasser. Sie erreichen Tiefen von 3 bis 6 Metern und spielen auch bei langsamer Fahrt verführerisch. Für noch größere Tiefen nutzt du Vorschaltblei.

Krautfelder und Schilfkanten befischst du mit flachlaufenden Wobblern oder Jerkbaits. Wirf sie in die Nähe der Struktur und führe sie mit Stopps und Rucks – das triggert aggressive Attacken.

Chatterbaits – Geheimtipp zum Saisonstart

Chatterbaits sind im Frühjahr nach der Schonzeit eine Wunderwaffe. Hechte stehen dann noch relativ flach an den Schilfkanten, und der vibrierende Chatterbait mit seinem Gummifisch-Trailer ist für viele Angler der dankbarste Köder für schnelle Erfolge. Einfach auswerfen, gleichmäßig einkurbeln – fertig.

Führung: Mittlere bis schnelle Geschwindigkeit, dicht über dem Kraut oder entlang der Schilfkante. Der Chatterbait macht durch seine Tauchschaufel intensive Vibrationen – Hechte nehmen das über die Seitenlinie wahr und attackieren oft aus dem Hinterhalt.

Jahreszeitliche Köderstrategie

Nach der Schonzeit: Schilfkanten und Flachwasser

Nach der Schonzeit (ab 1. Mai) stehen Hechte flach. Sie haben gerade abgelaicht und sind hungrig. Jetzt ist die beste Zeit für:

  • Chatterbaits: Entlang der Schilfkanten, 1-3 Meter Tiefe
  • Große Gummifische: 10-13 cm, natürliche Farben, langsame Führung
  • Jerkbaits: Aggressive Führung an Krautkanten

Beste Stellen: Nordufer-Schilfgürtel, Flachwasserbuchten mit Kraut, obere Kanten 4-7 Meter.

Ausrüstung für den Arendsee

Die Ausrüstung für den Arendsee unterscheidet sich nicht grundlegend von anderen Hechtrevieren – aber einige Details machen den Unterschied zwischen Erfolg und Frustration.

Rute und Rolle

Eine Spinnrute mit 2,40 bis 2,70 Meter Länge und einem Wurfgewicht von 20 bis 80 Gramm ist ideal. Die Länge hilft beim Werfen vom Boot und beim Führen der Köder auf Distanz. Das Wurfgewicht deckt alles ab von leichten Gummis bis zu schweren Jigköpfen fürs Tiefe.

Als Rolle empfiehlt sich eine Stationärrolle in der Größe 3000 bis 4000 mit guter Bremse. Kapitale Hechte machen lange Fluchten – die Bremse muss sanft und zuverlässig arbeiten. Eine Baitcaster-Kombination funktioniert natürlich auch, erfordert aber mehr Übung.

Schnur und Vorfach

Geflochtene Schnur in 0,15 bis 0,18 Millimeter (ca. 10-15 kg Tragkraft) ist Standard. Sie dehnt sich kaum, du spürst jeden Köderkontakt auch in großer Tiefe, und sie ist dünn genug für weite Würfe.

Wichtig: Spare nicht an der Schnurqualität! Billige Geflechtschnüre haben ungleichmäßige Durchmesser – das kostet Wurfweite und führt zu Perücken. Invest in eine gute Schnur lohnt sich.

Stahlvorfächer sind Pflicht beim Hechtangeln. 30 bis 40 Zentimeter Länge, 5 bis 10 Kilogramm Tragkraft. Fluorocarbon-Vorfächer funktionieren nicht – Hechtzähne beißen sie durch.

Kescher und Zubehör

Ein großer Kescher mit 70 Zentimeter Durchmesser und gummiertem Netz ist unverzichtbar. Kapitale Hechte ins Boot zu heben ohne Kescher ist riskant – für dich und den Fisch. Das gummierte Netz schont die Schleimhaut.

Weitere wichtige Ausrüstung: Arterienklemme oder lange Hakenlöser (Hechte schlucken tief), Maßband, wasserdichte Tasche für Handy und Wertsachen, Schwimmweste (Sicherheit beim Bootsangeln), Sonnenschutz im Sommer.

Ausrüstungs-Checkliste Arendsee

Spinnrute 2,40-2,70m, WG 20-80g

Stationärrolle 3000-4000

Geflochtene Schnur 0,15-0,18mm

Stahlvorfächer 30-40cm

Gummifische 10-15cm verschiedene Farben

Jigköpfe 15-40g

Wobbler/Tauchwobbler 10-15cm

Chatterbaits für Frühjahr

Großer Kescher 70cm gummiert

Arterienklemme/Hakenlöser

Echolot mit GPS-Funktion

Boot mit Elektromotor

Wichtiger Sicherheitshinweis: Am Arendsee sind ausschließlich Elektromotoren erlaubt – Benzinmotoren sind verboten. Trage beim Bootsangeln immer eine Schwimmweste, besonders bei Wind und Wellen. Der See ist sehr tief und das Wasser auch im Sommer kühl.

Drill und Landung am Arendsee

Wenn am Arendsee ein großer Hecht einsteigt, beginnt der spannendste Teil. Die Hechte hier sind kampfstark, haben viel Platz für Fluchten, und das tiefe Wasser gibt ihnen zusätzliche Möglichkeiten.

Der Anhieb: Bei Gummifischen und Wobblern schlägst du bei Kontakt sofort und kräftig an – Hechte haben ein hartes Maul. Bei Chatterbaits passiert der Anhieb oft automatisch durch die Köderführung. Wichtig: Rute hoch, Schnur straff, sofort Druck aufbauen.

Die ersten Fluchten: Große Hechte machen kraftvolle, lange Fluchten. Lass die Bremse arbeiten – lieber etwas Schnur geben als zu hart drillen. Die meisten Aussteiger passieren in den ersten 10 Sekunden weil der Angler zu aggressiv pumpt und der Haken ausschlitzt.

Kopfschläge kontrollieren: Hechte schütteln heftig mit dem Kopf um den Haken loszuwerden. Halte die Rute hoch und konstantem Druck – das erschwert die Kopfschläge. Wenn der Hecht an die Oberfläche kommt und springt: Rute senken um Slack zu vermeiden.

Die Landung: Sobald der Hecht müde wird, führe ihn zum Boot und schiebe den Kescher unter ihm ins Wasser – nicht von oben draufhauen! Der Kescher muss groß genug sein, viele Arendsee-Hechte sind 80 bis 100 Zentimeter lang. Hebe den Kescher ruhig und kontrolliert ins Boot.

Nach der Landung: Haken schnell und schonend mit Arterienklemme lösen. Großer Hecht schluckt oft tief – sei vorsichtig, die Zähne sind rasiermesserscharf. Foto machen (Fisch kurz ins Wasser halten zwischen den Aufnahmen), dann zügig und schonend zurücksetzen. Hechte erholen sich im tiefen, sauerstoffreichen Arendsee-Wasser schnell.

Häufige Fragen zum Hechtangeln am Arendsee

Der Arendsee ist ein öffentliches Gewässer. Angelkarten erhältst du bei der Tourist-Info Arendsee (Töbelmannstraße 1, Tel: 039384 27164) oder bei der Fischerei Kagel am Maränenhof. Mitglieder des LAV Sachsen-Anhalt bekommen vergünstigte Karten. Du brauchst einen gültigen Fischereischein und eine Gewässerkarte für den Arendsee – beides kontrolliert die Fischereiaufsicht regelmäßig.

Ja, Bootsangeln ist ausdrücklich erlaubt und sogar empfohlen. Elektromotoren sind gestattet, Benzinmotoren verboten. Wenn du kein eigenes Boot hast, kannst du im örtlichen Angelladen Boot und Elektromotor mieten. Ein Echolot solltest du ebenfalls mieten oder mitbringen – ohne Elektronik ist der Arendsee extrem schwer zu befischen.

Die beste Zeit ist das Frühjahr nach der Schonzeit (ab 1. Mai) wenn Hechte an den Schilfkanten aktiv jagen, und der Herbst (September bis November) wenn sie sich für den Winter Reserven anfressen. Im Sommer funktioniert es auch gut, dann aber eher im Freiwasser beim Schleppen. Winter ist möglich aber anspruchsvoll.

Tiefenkarten findest du online bei Genesis Social Map oder in lokalen Angelläden. Die wichtigsten Informationen: Kanten von 7 auf 12 Meter Tiefe, 50 bis 100 Meter vom Ufer entfernt, sind besonders vielversprechend. Mit einem Echolot kannst du diese Strukturen selbst finden und im GPS markieren – nach ein paar Touren kennst du die besten Stellen.

Die Top-Drei: Gummifische 10-13 cm für gezieltes Spinnfischen an Kanten (funktioniert ganzjährig), Tauchwobbler zum Schleppen im Freiwasser (besonders im Sommer), und Chatterbaits für schnelle Erfolge an Schilfkanten im Frühjahr. Bei Farben: Trübes Wasser = hell und auffällig, klares Wasser = natürlich. Silber mit roten Streifen geht fast immer.

Der Arendsee ist aufgrund seiner extremen Tiefe und Größe eher anspruchsvoll. Ohne Boot, Echolot und Gewässerkenntnisse haben Anfänger es schwer. Das sagen auch lokale Fischer. Empfehlung: Wenn du Hechtangler-Anfänger bist, komm mit einem erfahrenen Angelkameraden oder buche einen Guidingtag. Wenn du schon Hechterfahrung hast aber neu am Arendsee bist: Investiere Zeit ins Echolot-Lesen und die Stellensuche – nach 2-3 Touren läuft es.

Der Arendsee beherbergt einen sehr guten Hechtbestand mit kapitalen Exemplaren. Hechte zwischen 70 und 90 Zentimeter sind regelmäßig zu fangen. Meterfische kommen vor, sind aber selten und erfordern Können, Ausdauer und Glück. Der Durchschnittsfisch liegt bei 60 bis 75 Zentimeter – das sind kerngesunde, kampfstarke Hechte die richtig Spaß machen.

Ja, für Hechte gelten in Sachsen-Anhalt Schonzeiten und Mindestmaße. Die genauen Regelungen können sich ändern und unterscheiden sich zwischen Gewässern. Informiere dich vor dem Angeln über die aktuell geltenden Bestimmungen bei der Ausgabestelle deiner Angelkarte oder auf der Website des LAV Sachsen-Anhalt. Die Fischereiaufsicht am Arendsee kontrolliert regelmäßig.

Die Schonzeiten und Mindestmaße variieren je nach Bundesland und können sich ändern. Aktuelle Schonzeiten für Hechte ansehen →

Praktische Tipps für deine Arendsee-Tour

Zum Abschluss noch ein paar praktische Tipps die dir den Einstieg erleichtern und häufige Fehler vermeiden helfen:

Früh starten: Die Morgendämmerung und die ersten zwei Stunden nach Sonnenaufgang sind am Arendsee oft am produktivsten. Weniger Bootverkehr, Hechte sind aktiv, das Licht ist perfekt. Plane deine Anreise so dass du bei Tagesanbruch am Wasser bist.

Wetterbeobachtung: Der Arendsee kann bei starkem Wind rau werden. Achte auf die Vorhersage und sei vorsichtig bei aufziehendem Gewitter – auf dem offenen Wasser bist du exponiert. Bei Starkwind lieber ans geschützte Nordufer ausweichen.

Geduld mitbringen: Der Arendsee ist kein "Fisch-Garantie-See". Gerade wenn du das Gewässer noch nicht kennst, brauchst du Zeit um die Hotspots zu finden. Plane mindestens einen ganzen Tag ein, besser zwei. Die Lernkurve ist steil – beim zweiten Besuch läuft es meist deutlich besser.

Lokale Kontakte: Sprich mit den Leuten im Angelladen, mit anderen Anglern am Wasser, mit der Fischereiaufsicht. Lokale Insider-Tipps sind Gold wert und die Arendsee-Community ist in der Regel hilfsbereit. Frag nach aktuellen Fangmeldungen, Köderfavoriten, guten Stellen.

Umweltschutz: Der Arendsee ist ein sensibles Ökosystem. Nimm deinen Müll mit, verwende gummierte Kescher zum Fischschutz, setze untermaßige Fische sofort zurück. Der See leidet unter Eutrophierung – trag deinen Teil bei dass er sauber bleibt.

Dokumentation: Markiere erfolgreiche Spots im GPS, mach Fotos von Echolot-Ansichten an guten Stellen, notiere Uhrzeit, Wetter, Köder bei Fängen. Nach ein paar Touren siehst du Muster – und kannst gezielt die erfolgversprechenden Bedingungen ansteuern.

Die häufigsten Fehler am Arendsee vermeiden

Ohne Echolot aufs Wasser gehen

Du findest die Hotspots nicht und fischst blind. Ein einfaches Echolot reicht, aber ohne ist es Lotterie.

Nur vom Ufer angeln

Die besten Stellen liegen 50-200m vom Ufer im Bereich der Tiefenkanten. Ohne Boot verpasst du die Top-Spots.

Zu kleine Köder verwenden

Arendsee-Hechte fressen große Happen. Köder unter 8cm werden oft ignoriert. Ideal sind 10-15cm.

Immer in der gleichen Tiefe fischen

Je nach Jahreszeit stehen Hechte zwischen 2 und 20 Meter Tiefe. Experimentiere mit verschiedenen Tiefen bis du Fisch findest.

Touristenzeiten ignorieren

Im Hochsommer ist das Südufer überlaufen. Weiche auf das ruhige Nordufer oder frühe Morgenstunden aus.

Keine Ersatzköder dabei haben

Hänger passieren am Arendsee häufig an Kanten und Kraut. Pack genug Gummis, Jigköpfe und Wobbler ein.

Fazit: Der Arendsee – Hechtangeln mit Anspruch

Der Arendsee ist kein Gewässer für schnelle Erfolge. Er ist tief, groß, anspruchsvoll – und genau das macht ihn zu einem der spannendsten Hechtreviere Deutschlands. Während du in flachen Seen oft nach wenigen Stunden deinen ersten Fisch fängst, fordert der Arendsee Geduld, Technik und Gewässerkenntnis.

Aber wenn du bereit bist, dich darauf einzulassen – wenn du Zeit investierst ins Echolot-Lesen, ins Finden der Tiefenkanten, ins Verstehen der Maränenschwärme – dann wartet hier etwas Besonderes. Kapitale Hechte die im Freiwasser jagen wie Zander. Kristallklare Kanten die von 7 auf 12 Meter abfallen. Stille Morgen am Nordufer wenn der Nebel über dem Wasser hängt und die ersten Sonnenstrahlen die Oberfläche treffen.

Die drei wichtigsten Erfolgsfaktoren:

  • Boot und Echolot: Ohne kommst du nicht zu den Hotspots. Miete beides wenn du nichts eigenes hast.
  • Tiefenkanten finden: 7 auf 12 Meter, 50-100m vom Ufer – das sind die Gold-Spots. Im GPS markieren!
  • Große Köder: 10-15cm Gummifische und Wobbler. Die Hechte fressen groß, deine Köder auch.

Der Arendsee belohnt die, die dranbleiben. Deine erste Tour wird vielleicht fishless enden – aber du lernst das Gewässer kennen, findest Strukturen, verstehst die Abläufe. Beim zweiten Mal läuft es besser. Beim dritten Mal kennst du deine Spots. Und irgendwann – wenn der Gummifisch über die Kante gleitet und dieser Ruck kommt – dann weißt du: Das war die Mühe wert.

Tight lines am Arendsee. Der nächste kapitale Hecht wartet schon.

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